Private Krankenversicherung (PKV)

Beitragsentlastungs-Tarife für Ärzte: Lohnen die sich?

Viele PKV-Unternehmen bieten Ärzten sogenannte Beitragsentlastungs-Tarife an: Man zahlt jetzt einen Mehrbeitrag und bekommt im Alter eine garantierte Beitragsreduzierung. Klingt im ersten Moment sehr gut, doch die Sache hat auch einige große Haken.

Ärzte, die privat krankenversichert sind, kennen das Problem: Die Beiträge steigen vor allem im Alter drastisch an. Also ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem keine großen Einnahmen mehr aus der Selbständigkeit fließen. Um die Belastung im Alter zu senken, bieten viele Private Krankenversicherungen (PKV) sogenannte Beitragsentlastungstarife an.

Auch in den Ärztetarifen gibt es dieses Modell: Durch einen Zusatzbeitrag spart man zusätzliches Kapital an. Ab 65 oder 67 Jahren kommt dann die Entlastung in der Prämie zum Tragen. Es wird keinerlei Risiko gedeckt und daher fließt der Beitrag, abzüglich Verwaltungskosten, in die zweckgebundenen Rücklagen des Versicherers. Es ist genau genommen eine Art Sparvertrag. Nur: Versicherer dürfen keine Bankgeschäfte machen, daher ist man auf diese Idee gekommen.

Diese Modelle wurden in den 9oer Jahren eingeführt und auch gleich beim Erstvertrag mit verkauft. In den Medien gab es damals ein gemischtes Echo. „Jetzt will die PKV mit ihren hohen Prämien zusätzliches Geschäft machen“ – titelte mal eine Zeitung.

Mehrere Modelle am Markt

Das Angebot ist aber durchaus sinnvoll. Wer es sich leisten kann, kann diesen Weg nutzen, um die Beitragsspirale im Alter zu durchbrechen. Es sind mehrere Varianten am Markt: Man kann monatlich oder mit einem Einmalbeitrag zahlen oder eine eventuelle Beitragsrückerstattung verwenden. Zudem ist es möglich, Dynamik zu wählen. Dann wird in festgelegten Zeitintervallen der Zusatzbeitrag weiter erhöht. So sollen Inflation und Kostensteigerung ausgeglichen werden.

Auch steuerlich bieten Beitragsentlastungstarife gewisse Vorteile. Bei normalen Sparverträgen schlägt die Abgeltungssteuer zu. Hier eben nicht. Und die Mehrkosten für die Beitragsentlastungstarife sind anteilig als Sonderausgaben absetzbar.

Rechnungszins auf breiter Front gesenkt

Einen Haken gibt es allerdings auch: Kalkuliert wird mit dem Rechnungszins, der bei vielen Gesellschaften nicht mehr die bisher üblichen 3,5 % beträgt und Richtung 2 % tendiert. Ferner muss der Mehrbeitrag bis zum Vertragsende gezahlt werden und löst sich mit dem Rentenbeginn nicht automatisch auf. Der Kunde muss sich bis zum Lebensende an die Gesellschaft binden: Bei einer Kündigung sind die Gelder weg, können nicht auf einen anderen Versicherer übertragen werden. Darüber hinaus sind die eingezahlten Beiträge auch im Todesfall verloren.

Lohnt sich die Sache überhaupt? Die Allianz nennt ein Beispiel: Würde ein 35-jähriger Arzt monatlich zusätzlich 57 Euro aufbringen, könnte er mit 65 Jahren mit einer garantierten Beitragsreduzierung von 200 Euro monatlich rechnen. Da es sich bei den Beitragsentlastungs-Tarifen praktisch um eine Geldanlage handelt, sollte man vor Vertragsabschluss auf jeden Fall die Alternativen prüfen: Kann ich in diesem langen Zeitraum mit alternativen Anlagen (Investmentfonds, Banksparplan, Aktien etc.) mehr erwirtschaften? Lautet die Antwort darauf „ja“, sollten Sie das Geld besser woanders anlegen.

Beitragsentlastungstarife – Fazit  

  • Durch einen Zuschlag auf den aktuellen Tarif wird ein Polster für das Alter geschaffen,
  • der Entlastungsbeitrag kann individuell festgelegt werden,
  • garantiert wird die Entlastung ab dem Renteneintritt (flexible Modelle sind wählbar),
  • die Beiträge können konstant oder dynamisch erfolgen,
  • für angestellte Ärzte kann ein etwaiger Arbeitgeberzuschuss einen finanziellen Anreiz darstellen,
  • die Zusatzbeiträge sind anteilig als Sonderausgaben absetzbar,
  • ein Risikozuschlag ist nicht vorgesehen,
  • bei einem Versicherer-Wechsel sind die Zusatzersparnisse nicht übertragbar,
  • die Mehrbeiträge enden nicht bei Renteneintritt, sondern müssen bis zum Vertragsende bezahlt werden,
  • bei langen Zeiträumen sollten alternative Kapitalanlagen geprüft werden.
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