Kapitalerträge

Abgeltungssteuer: Auf welche Kapitaleinkünfte 25 Prozent fällig werden

Der Fiskus kassiert auf fast alle Kapitalerträge 25 Prozent Abgeltungssteuer – es gibt allerdings ein paar Ausnahmen. Im folgenden Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte zu dieser Steuer.

Die einheitliche Steuer von 25 Prozent gilt seit bald 10 Jahren für

■ Einkünfte aus Kapitalvermögen wie Zinsen und Dividenden,

■ Erträge aus Forderungswertpapieren wie Pfandbriefe,

■ Optionsprämien,

■ Einnahmen aus Finanzinnovationen,

■ Erträge aus Wertzuwächsen aus Investmentfonds und Zertifikaten,

■ Veräußerungsgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften wie Wertpapiere, Investmentanteile, Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, Edelmetallen und Antiquitäten in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidarzuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Besserverdienende Anleger profitieren von dieser Regelung. Denn statt Zinsen mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 47,5 Prozent zu belegen, zieht die Bank direkt die 25 Prozent (inklusive Soli 26,375 Prozent) ab.

Bei Kapitaleinkünften greift die Abgeltungssteuer grundsätzlich immer. Anleger mussten damit Abschied von der Spekulationsfrist nehmen: Bis 2009 waren Kursgewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Auch das Halbeinkünfte-Verfahren gehört seit 2009 leider der Vergangenheit an: Auch die alljährlichen Dividendenzahlungen werden genau wie Kursgewinne beim Verkauf von Aktien oder Aktienfonds einheitlich mit 25 Prozent besteuert.

Erträge aus Immobilienverkäufen innerhalb von Immobilienfonds sind steuerfrei, sofern diese Immobilien mindestens zehn Jahre gehalten wurden. Diese Regelung gilt auch bei Direktinvestments in Immobilien. Für Erträge aus Zertifikaten gilt aber seit 2009 dieselbe Regelung wie bei Aktien und Festverzinslichen: 25 Prozent Abgeltungssteuer.

Anlegen mit der Abgeltungssteuer

Aktien: Sie haben unter der Abgeltungssteuer am meisten zu leiden. Der Wegfall der einjährigen Spekulationsfrist belastet vor allem langfristig orientierte Investoren.

Aktienfonds: Auch hier werden Kursgewinne und Ausschüttungen seit 2009 von der Abgeltungssteuer erfasst.

Anleihen: Durch den Kauf von Anleihen mit fiktiver Quellensteuer, die von ausländischen Staaten ausgegeben werden, kann der findige Anleger sogar die Abgeltungssteuer zum Teil umgehen. Die Banken führen in diesen Fällen nur 5 bis 15 Prozent Steuer der Erträge ab, den Rest hat der Anleger bereits an den ausländischen Fiskus gezahlt, allerdings nur auf dem Papier. Doppelbesteuerungs-Abkommen mit den betreffenden Staaten sind die Ursache für diese Möglichkeit. Anleihen dieser Art gibt es von vielen südamerikanischen Staaten, aber auch von Griechenland oder Portugal.

Rentenfonds: Durch den Kauf von Produkten, die auf Anleihen mit niedrigen Zinskupons setzen, kann die Besteuerung der Ausschüttungen in Grenzen gehalten werden. Dafür schlagen die Steuern beim Verkauf der Fondsanteile stärker zu Buche.

Zertifikate: Nur Zertifikate, die vor dem 15. März 2007 gekauft wurden, kommen beim Verkauf noch in den Genuss der Steuerfreiheit.

Immobilien:  Veräußerungsgewinne können bei nicht selbst genutzten Objekten nach zehn Jahren steuerfrei eingefahren werden.

Immobilienfonds: Gewinne des Fonds aus der Veräußerung von in Deutschland liegenden Immobilien (bei mehr als zehn Jahren Haltedauer) bleiben wie bei der Direktanlage steuerfrei.

Fonds-Sparverträge: Ob Zinszahlungen aus dem Rentenfonds oder Dividenden, die aus dem Aktienfonds-Sparen erwachsen: 25 Prozent Abschlagssteuer werden fällig, wenn die Fondsanteile nach dem 1. Januar 2009 gekauft wurden.

Riester- und Rürup-Rente: Die beiden Renten-Instrumente wurden durch die Abgeltungssteuer attraktiver. Da in beiden Fällen eine nachgelagerte Besteuerung der Rentenzahlungen erfolgt, greift sie nämlich nicht. Und da im Regelfall während des Rentenbezugs deutlich niedrigere Steuersätze zu zahlen sind, fällt auch diese nachgelagerte Besteuerung vermutlich moderat aus.

Lebensversicherung: Bei Lebensversicherungen die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind die Erträge nach zwölf Jahren steuerfrei. Bei Verträgen, die ab 2005 geschlossen wurden, ist bei einem Mindestalter von 60 Jahren nur die Hälfte der Erträge steuerpflichtig. Diese werden mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz belegt. Sind beide Voraussetzungen nicht erfüllt, unterliegen die gesamten Gewinne der Abgeltungssteuer.

 

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