Ärztliche Versorgungswerke

Versorgungswerke & Niedrigzinsphase: Kein Grund zur Panik

Im Vergleich zu anderen Rentensystemen sind die ärztlichen Versorgungswerke noch immer hervorragend aufgestellt. Doch was passiert, wenn die Niedrigzinsphase anhält? Die besten Tipps für Ärzte und Zahnärzte.

Die Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung können nur davon träumen, für die meisten Ärzte und Zahnärzte hingegen sind sie eine Selbstverständlichkeit: Sichere Renten. Diese Zuversicht kommt nicht von ungefähr. Anders als das staatliche System legen ärztliche Versorgungswerke ihr Geld überwiegend am Kapitalmarkt an. In der Vergangenheit erwirtschafteten sie damit oft traumhafte Renditen. Doch das Geschäft ist schwieriger geworden.

Niedrige Zinsen belasten Leistungen

Ähnlich wie die Lebensversicherungen kämpfen auch die Versorgungswerke mit der nicht enden wollenden Niedrigzins-Periode. Hinzu kommt: Der Großteil der Mitgliedsbeiträge der Ärzte und Zahnärzte wird in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Die sind zwar sicher – werfen aber immer weniger ab. Ehrgeizige Renditeziele lassen sich so nur noch schwer erreichen. Wenn das Zinstief weiter anhält, werde das „Spuren hinterlassen“, warnt daher Hartmut Kilger, Vorstandschef der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungs-Einrichtungen (ABV).

Aktueller Leitzins so niedrig wie noch nie

Und dieses Szenario ist alles andere als abwegig. Der aktuelle Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt bei 0,25 Prozent – und ist damit so niedrig wie nie zuvor. EZB-Präsident Draghi hat im Januar erneut bekräftigt, daran erst einmal nichts ändern zu wollen. Soweit die schlechte Nachricht. Zur Panik besteht trotz allem kein Grund, denn noch sind nicht alle Möglichkeiten der Mitgliedschaft ausgeschöpft. „Bisher haben die Versorgungswerke die niedrigen Zinsen gut verkraftet. Wir erzielen Renditen um die vier Prozent“ so die aktuelle Information von Kilger.

Mitgliedschaft lohnt sich trotzdem noch

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe ist 2013 sogar mit einem der renommierten „portfolio institutionell Awards“ geehrt worden. Diese gelten als eine der wichtigsten Auszeichnungen für institutionelle Kapitalanleger im deutschsprachigen Raum. Die Jury würdigte die innovativen Ansätze und die antizyklische Anlagephilosophie. So gelinge es der Ärzteversorgung auf besondere Weise, Trends der Makroökonomie zu identifizieren und die dazu passenden Anlagestrategien zu entwickeln.

Zeiten üppiger Rentenanpassungen sind vorbei

Allerdings kann keine noch so geschickte Anlage dauerhaft darüber hinwegtäuschen, dass die Zeiten üppiger Rentenanpassungen erst mal vorüber sein dürften. Schuld daran sind nicht allein die Niedrigzinsen, sondern auch die hohe Lebenserwartung der Ärzte und Zahnärzte. Mediziner leben im Schnitt vier Jahre länger als der Normalbürger. Schön, aber für die Versorgungswerke auch teuer. Anpassungen des Rechnungszinses, wie von einer Reihe von Versorgungseinrichtungen bereits vorgenommen, können Ärzten also auch in Zukunft noch blühen. Im Vergleich zum staatlichen System der gesetzlichen Rentenversicherung sind Ärzte mit ihrer Altersversorgung aber noch immer auf der sicheren Seite.

Was im Alter übrig bleibt

Ärztliche Versorgungswerke ersetzen die gesetzliche Rente und bieten ihren Mitgliedern eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder im Todesfall. Um diese umfas­senden Leistungen erbringen zu können, müssen sie die Beiträge ihrer Mitglieder gewinnbringend auf den Kapitalmärkten anlegen. Das ist in der jüngeren Vergangenheit immer schwieriger geworden. Die dauerhaft niedrigen Sparzinsen lassen die Renditen sinken. Ein Ende des Zinstiefs ist derzeit noch nicht absehbar. Da zudem die Lebenserwartung der Mitglieder (und damit auch die Auszahlungsdauer) immer weiter steigt, erwarten Experten, dass die Rentenerhöhungen für die Ärzteschaft in Zukunft geringer ausfallen könnten als erwartet. Rentenkürzungen stehen nach Angaben des ABV jedoch in keinem Versorgungswerk bevor.

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