Steuermonitor

Kennzeichnen und erfassen Sie Anlagevermögen richtig!

Für ein betriebliches Wirtschaftsgut muss ein Unternehmer zumindest die normale Abschreibung geltend machen. Verzichtet er durch Vergessen oder vorsätzliches Unterlassen, verliert er das nicht geltend gemachte Abschreibungspotenzial.

Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, ob es um einen bilanzierenden Unternehmer geht oder einen solchen, der seinen Gewinn durch ermittelt, indem er Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Wird das Wirtschaftsgut später in das Betriebsvermögen eingebucht, ist das eine Fehler berichtigende Einbuchung. Das Wirtschaftsgut ist dann mit dem Wert einzulegen, mit dem es bei richtiger Bilanzierung von Anfang an zu Buche gestanden hätte.

Welche weitreichende Folgen die Entscheidung des Bundesfinanzhofs hat, zeigt der dem Urteil zugrunde liegende Fall. Der klagende Unternehmer hatte ein Patent angemeldet, das einer GmbH zur Nutzung überlassen wurde, an der er selbst beteiligt war. Der Einlagewert des Patents wurde mit Beginn der Verwertung auf 375.000 Euro festgestellt. Der Restbuchwert zum Zeitpunkt der späteren Veräußerung auf 160.000 Euro. Der Fremdverkaufspreis betrug zu diesem Zeitpunkt, zehn Jahre später, zwei Millionen Euro. Das Finanzamt besteuerte den Differenzbetrag zwischen Restbuchwert zum Zeitpunkt des Verkaufs und dem erzielten Verkaufspreis. In seinem Urteil vom 22. Juni 2010 bestätigte der Bundesfinanzhof die Vorgehensweise des Finanzamts und damit auch den Verlust des Abschreibungspotenzials von 215.000 Euro (Az.:VIII R 3/08). Wegen zwischenzeitlich eingetretener Verjährung war es nicht mehr möglich, die entsprechenden Jahre zu berichtigen.

A&W-Kommentar
Der zuverlässigen Abstimmung mit dem Steuerberater kommt hohe Bedeutung zu. Anlagevermögen sollte daher schon beim Erstellen der laufenden Buchhaltung zutreffend gekennzeichnet und erfasst werden. Mit der Jahressteuererklärung sollte dann das Anlagevermögen in jedem Fall nochmals aufmerksam kontrolliert werden.

Autor: Bernhard Mayer, Rechtsanwalt und Steuerberater in München, Sie erreichen ihn unter Telefon: 089 88949490, Fax: 089 8894949200 und eMail: kanzlei@bernhard-mayer.biz

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