Praxiswagen versteuern

Kilometer sammeln leicht gemacht!

Niedergelassene dürfen die private Nutzung ihres Praxiswagens nur noch pauschal versteuern, wenn sie den zu mehr als 50 Prozent betrieblich nutzen. A&W-Autorin Ute Brandt informiert, wie Sie diesen Nachweis vereinfachen.

Bislang reichte eine zehnprozentige betriebliche Nutzung des Praxiswagens aus, um die private Nutzung pauschal mit einem Prozent des inländischen Listenpreises anzusetzen. Der Wagen war dann Betriebsvermögen, alle Kosten konnten abgesetzt werden. Damit ist seit Jahresbeginn Schluss. Seither muss ein Nachweis über die Höhe der betrieblichen Nutzung erbracht werden, sonst werden die Kosten für den Privatanteil geschätzt. Und das kann teuer werden.

Nur wenn der berufliche Anteil am Praxiswagen über 50 Prozent liegt, dürfen Mediziner die Ein-Prozent-Methode noch nutzen, aber auch das müssen sie nachweisen. Dem Fiskus reicht, wenn Dienstfahrten über einen repräsentativen, zusammenhängenden Zeitraum nachgewiesen werden. Dies kann laut BMF-Schreiben (Az. IV A 5 S 7206 -7/06) in jeder geeigneten Form erfolgen, doch garantiert nur ein professionelles Fahrtenbuch, dass auch wirklich alle Nachweise ausreichend nachprüfbar vorliegen. Ärzte sollen folgende Daten festhalten:

  • Kilometerstand zu Beginn und am Ende des Prüfungszeitraums.
  • Für Fahrten zwischen Wohnung und Praxis reicht eine Strichliste, da die gefahrenen Kilometer täglich gleich bleiben.
  • Bei den übrigen Fahrten müssen Fahrziel und Strecke festgehalten werden.

Beispiel: Ein Arzt kann vom 1. Mai bis zum 31. Juli 2006 auf seiner Strichliste 70 Hin- und Rückfahrten mit 13 Entfernungskilometern zwischen Wohnung und Praxis nachweisen, insgesamt 1.820 Kilometer. Dazu kommen 1.700 Kilometer für Hausbesuche. Der Kilometerstand seines Praxiswagens zeigte am 1. Mai 25.000 Kilometer und Ende Juli 31.000 Kilometer an. Da die dienstlichen Fahrten mit 3.520 Kilometer zu Buche schlagen, wurde der Praxiswagen – gemessen an der Gesamtfahrleistung – zu 59 Prozent betrieblich genutzt.

Liegt die betriebliche Nutzung deutlich über 50 Prozent, will das Finanzamt in den Folgejahren auf diesen Nachweis verzichten. Gelingt es nicht, dem Amt eine überwiegende betriebliche Nutzung nachzuweisen, sollten Ärzte einen Kostennachweis führen. Das kann Niedergelassene betreffen, die kaum Hausbesuche machen oder bei denen auch die täglichen Fahrten zur Praxis wegfallen, weil Praxisstandort und Wohnung identisch sind. Dieser Nachweis ist in der Regel nur mit einem geeigneten Fahrtenbuch zu führen (siehe A&W-Tipp).

Wer den Aufwand scheut, sollte überlegen, seinen Wagen aus dem Praxisvermögen herauszunehmen. Vorteile: Dienstfahrten können dann pauschal mit 30 Cent pro Kilometer abgerechnet werden, ein späterer Verkauf des Wagens wäre steuerfrei und eine Versteuerung der privaten Nutzung findet nicht statt.

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