Steuertipp

Kinderbetreuungskosten absetzen: Barzahlung zählt nicht

Ärzte können wie alle Steuerzahler die Betreuungskosten für ihre Kinder bis zu einem gewissen Betrag geltend machen und von der Steuer absetzen. Es kommt dabei allerdings auf bestimmte Parameter an. Wenn Bargeld fließt, sieht es mit der Akzeptanz beim Finanzamt jedenfalls schlecht aus.

(dpa/tmn) Ärzte können Kosten für die Betreuung ihrer Kinder als Sonderausgaben bei der Steuer absetzen. Voraussetzung für die Anerkennung der Aufwendungen als Werbungskosten ist allerdings, dass die Eltern für die Betreuung der Kinder eine Rechnung erhalten haben, die der Steuererklärung beigelegt wird. Die Kosten für die Kinderbetreuung werden außerdem nur akzeptiert, wenn der Betrag auf das Konto der Kita beziehungsweise der Betreuungsperson überwiesen wurde. Quittungen für Bargeld akzeptiert das Finanzamt hingegen nicht.

Kinderbetreuung niemals bar bezahlen

„Eine Barzahlung zählt für die Steuer nicht“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.Nur in Ausnahmefällen wird das akzeptiert. In der Regel aber nur bei kleineren Beträgen wie z.B. bei Zahlungen für die Parkuhr. Dienstleistungen und größere Anschaffungen dürfen nur per Überweisung beglichen werden. Jedenfalls, wenn sie sich positiv auf die Steuererklärung auswirken sollen.

Finanzamt berücksichtigt nur Überweisungen

Der Bundesfinanzhof hatte dies bereits für die Jahre bis 2011 entschieden (Az.: III R 63/13). Auch nach geltender Rechtslage muss die Zahlung der Kinderbetreuungskosten immer auf das Konto des Dienstleisters erfolgen. Zahlen die Eltern bar, werden die Kinderbetreuungskosten nicht als Werbungskosten anerkannt und Einsprüche vor Gericht nach umgehend zurückgewiesen. Dies geht auch aus einem Erlass der Finanzverwaltung hervor (FinBeh Hamburg S-2221-2012/38-52). «Eltern sollten die Rechnungen und Überweisungsbelege daher immer aufbewahren», empfiehlt Klocke. Im Zweifelsfall müssen die Aufwendungen gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden, damit sie zum Abzug zugelassen werden.

Kinderbetreuungskosten nicht komplett absetzbar

Bei Überweisung auf ein entsprechendes Konto, können die Kinderbetreuungskosten zu zwei Dritteln, bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro im Jahr steuerlich berücksichtigt werden. Die Regelung gilt für Kinder unter dem 14 Lebensjahr, ausnahmsweise auch länger, wenn sich das Kind aufgrund einer Behinderung nicht selbst versorgen kann.

EStG erlaubt Berücksichtigung für verschiedene Aufwendungen

Absetzbar sind zum Beispiel die Kosten für Kindergarten, Kinderhorte oder Tagesmütter. Auch Betreuung vor Ort kann als Sonderausgabe gelten. Wird das Kind im eigenen Haushalt betreut, können die Aufwendungen beispielsweise als haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden. Der Steuerbonus wird in diesem Fall für 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 4000 Euro im Jahr gewährt.

Auf diesen Betreuungskosten bleiben Eltern sitzen

Andere Betreuungskosten müssen Eltern hingegen komplett alleine tragen. So werden Kosten für Sportvereine, Musik- oder Nachhilfeschulen werden hingegen steuerlich nicht anerkannt. Zwar ist der Nachwuchs hier auch unter der Aufsicht von Dritten, dennoch werden solche Aktivitäten laut EStG steuerlich nicht als Kinderbetreuung anerkannt.

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