So können Ärzte ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern

Kindergartenzuschuss für Ihre MFA

Mit einem Kindergartenzuschuss können Ärzte ihren Angestellten neben dem Lohn etwas Gutes tun und zusätzlich auch die eigene Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Steuerberater Dennis Janz LL.M., Fachberater im ambulanten Gesundheitswesen (IHK), stellt die wichtigsten Fakten zum Thema Kindergartenzuschuss vor.

Bereits seit 1992 gibt es nach § 3 Nr. 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) eine generelle Steuerfreiheit für alle Leistungen, die der Arbeitgeber zur Unterbringung und Betreuung (einschließlich Unterkunft und Verpflegung) von nicht schulpflichtigen Kindern seiner Arbeitnehmer beisteuert. Das kann ein externer oder innerbetrieblicher Kindergarten, die Unterbringung bei einer Tagesmutter oder auch die Betreuung in einer vergleichbaren Einrichtung sein.

Eine betragsmäßige Obergrenze gibt es dabei nicht. Erfreulicherweise ist es hierbei auch gleichgültig, ob die Unterbringung und Betreuung des Kindes in betrieblichen oder außerbetrieblichen Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen erfolgt. Vergleichbare Einrichtungen im Sinne des Gesetzes sind z. B. Schulkindergärten, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Tagesmütter, Wochenmütter und Ganztagespflegestellen.

Wichtig: Voraussetzung für die Steuer- und Beitragsfreiheit der Zuschüsse, die der Praxisinhaber seinen Angestellten gewährt, ist allerdings, dass sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Entsprechende Gehaltsumwandlungen sind demnach nicht möglich.

Beispiel: Die MFA hat Anspruch auf einen Arbeitslohn in Höhe von 1.900 Euro monatlich. Im Februar 2017 vereinbart sie mit dem Arzt, dass ab 1. März 2017 ein Arbeitslohn von 1.800 Euro zuzüglich 100 Euro Kindergartenzuschuss gezahlt wird.

Der durch den Arzt ab März 2017 gezahlte Kindergartenzuschuss ist hier steuerpflichtig und nicht steuerfrei, da eine (schädliche) Gehaltsumwandlung durchgeführt wurde und der Zuschuss somit nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn der MFA gezahlt würde.

Das müssen Praxisinhaber beachten

Zu beachten ist weiter, dass nur Leistungen zur Unterbringung (einschließlich Unterkunft und Verpflegung) und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern begünstigt sind. Ob ein Kind schulpflichtig ist, bestimmt sich nach dem jeweiligen landesrechtlichen Schulgesetz. Ältere Kinder brauchen zwar meist auch noch Betreuung, doch ein Zuschuss zum Hort oder ähnlichen Einrichtungen wird steuerlich leider nicht mehr gefördert. Natürlich ist es aber nicht verboten, den Mitarbeitern dennoch entsprechende Zuschüsse zu gewähren. Allerdings müssen diese dann versteuert werden.

Fazit:

Der Arzt und Praxisinhaber kann mit dem Kindergartenzuschuss seine MFA steuer- und sozialversicherungsfrei finanziell unterstützen und baut zudem noch seine Sozialkompetenz bei seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus, denn gutes Personal zu finden ist schwer, gutes Personal zu halten um so schwerer.

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Dennis Janz

Dennis Janz

Steuerberater Dennis Janz LL.M., ist Fachberater im ambulanten Gesundheitswesen (IHK) und spezialisiert auf die Beratung und Betreuung ärztlicher Mandate aller Fachrichtungen im steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Er veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Fachaufsätze und Kommentare zur aktuellen Rechtsprechung und Gesetzesänderungen sowie zu aktuellen Rechtsfragen rund um das ärztliche Mandat.

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