Neue Reiseurteile

Kinderlärm ist kein Reisemangel

Bald starten viele Ärzte in den Sommerurlaub. Aber was, wenn am Reiseziel Badeverbot gilt? Die Hauptattraktion einer Kreuzfahrt ausbleibt? Oder der Flug wegen eines Streiks verschoben wird?  Die neuesten Urteile aus dem Reiserecht schaffen Klarheit.

Schön, wenn der wohlverdiente Urlaub rundum gelungen ist. Gut, wenn man die neuesten Reiserechtsurteile kennt, falls dem nicht so ist.

Mehr Rechte bei Flugverspätung wegen Streik

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von Flugpassagieren gestärkt. Sie haben auch Anspruch auf Entschädigung, wenn sie von der Airline aus betrieblichen Gründen wie den Folgen eines Streiks nicht auf den gebuchten Flug mitgenommen werden. EuGH Az. C-321/11 und EuGH Az. C-22/11.

Flugzeiten sind verbindlich

Ein Reiseveranstalter darf die bei der Buchung genannten Flugzeiten nicht beliebig ändern. Bislang kam es immer wieder vor, dass Flüge sogar um viele Stunden verschoben wurden. BGH Az. X Z R 24/13.

Entschädigung für missglückte Kreuzfahrt

Die Hauptattraktion einer Kreuzfahrt war die Durchfahrt des Panamakanals. Doch sie fand nicht wie vorgesehen tagsüber statt, sondern hauptsächlich nachts im Dunkeln. Ein klarer Reisemangel urteilte das Amtsgericht München. Der Kläger erhielt 1625 Euro Entschädigung. Az. 182 C 15953/13.

Verunreinigter Strand

Ein schmutziger Strand liegt außerhalb des Einflusses eines Reiseveranstalters und ist kein Grund für eine Preisminderung. AG München, Az. 132 C 15965/12.

Badeverbot wegen Haien

Auf den Seychellen galt Badeverbot wegen eines Haiangriffs. Ein Ehepaar fühlte sich beeinträchtigt und verklagte den Reiseveranstalter. Das Amtsgericht München wies die Klage ab. Az. 242 C 16069/12.

Muezzin-Gebete sind zu dulden

Ein Türkeiurlauber klagte, weil er sich durch die Gebete der Muezzin gestört fühlte. Doch das Amtsgericht Hannover wies die Klage ab. Die landestypischen Rufe seien kein Reisemangel. Az. 559 C 44/14.

Lage einer Ferienwohnung muss stimmen

Wird eine Ferienwohnung mit direkter Strandlage und naher Einkaufsmöglichkeiten angepriesen, muss das der Wahrheit entsprechen. Eine Urlauberin erhielt 1000 Euro Entschädigung, weil die Entfernung zum Strand 250 Meter betrug und es nur einen Minimarkt gab. AG München, Az. 244 C 15777/12.

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