Zinsen im Keller

Kann Ihr Versorgungswerk seine Versprechen halten?

Zinsanlagen bringen nichts mehr. Darunter leiden auch Versorgungswerke. Viele haben sich schon von der 4 %-Rendite verabschiedet.

Es wird noch schlimmer. Negativzinsen: Seit einiger Zeit kehren sich die Vorzeichen um – Guthabenzinsen werden negativ und Kreditzinsen mitunter positiv. Das heißt im Klartext: Wer sein Geld bei der Bank deponiert, bekommt plötzlich keine Zinsen mehr, er muss welche zahlen. Das gilt für institutionelle Anleger, (noch) nicht für Privatsparer.

Die Lebensversicherung wiederum hat ihren Garantiezins stetig abgesenkt; viele Gesellschaften bieten gar keinen mehr. Es gilt nur noch der Rechnungszins von 1,25 Prozent. Stärker beworben werden nun Produkte, die nur den Beitrags­erhalt garan­tieren oder ohne jegliche Garan­tiezusagen auskommen. Viele Experten sehen diese Angebots­entwick­lung bei der Alters­vorsorge kritisch. Die neuen Produkte – ohne Garan­tieverzinsung – sind oft noch komplizierter, enthalten weniger Schutz und verlagern die Risiken der Kapital­anlage immer mehr auf die Kunden.

Hohe Auszeichnungen für Versorgungswerke

In diesem Umfeld müssen die Kapitalanleger der Versorgungseinrichtungen wirtschaften. Logisch, dass nur wenige die Anlagerendite von 4% erreichen. Dazu gehört zum Beispiel die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄWL). Sie geht in der Tat neue Wege. Sie erhielt in der Vergangenheit mehrere Auszeichnungen bei den portfolio institutionel Awards.

In den Kategorien „Beste Portfoliostruktur“ sowie „Bester Immobilieninvestor“ setzte sich die ÄVWL gegen zahlreiche namhafte Teilnehmer durch. Bei den „Investment and Pensions Europe“ Awards 2014 gewann die ÄWL gemeinsam mit der Bayerischen Versorgungskammer (joint winner) in der Kategorie „Versorgungswerke Deutschland“. Das international renommierte Fachmagazin wählte die beiden Versorgungseinrichtungen aus einem Kreis zahlreicher hochkarätiger Mitbewerber aus.

„Wichtigstes Ziel für unsere Strategie“, sagt Andreas Kretschmer, Hauptgeschäftsführer der ÄWL, ist es, Anlagen unabhängig von den volatilen Kapitalmärkten zu tätigen.“ Man geht zum Beispiel stärker in die Investitionen in der Infrastruktur.

4-%-Rendite kaum zu halten

Schon eine geringe Absenkung der Anlagerendite wirkt sich langfristig spürbar aus. Wer etwa 30 Jahre lang bei 4% monatlich 800 EUR anspart, kann 20 Jahre lang eine Rente von 3.300 EUR bekommen. Fällt der Zins um 1%, sinkt diese Rente um 23% auf 2.550 EUR. Diese Minderung summiert sich in 20 Jahren zu einem Verlust von 180.000 Euro. So ist es angeraten, Zinsanlagen herunterzufahren und in Sachwerte zu gehen.

Den Aktienanteil haben einige Versorgungswerke wieder kräftig aufgestockt. Während Versicherer das Kundengeld zu mehr als 85 Prozent in festverzinslichen Papieren liegen haben, beträgt der Anteil von Realwerten bei Versorgungswerken zwischen 35 und 40 Prozent – also prozentual deutlich mehr Aktien, Beteiligungen, Immobilien und Infrastrukturinvestitionen mit potentiell höheren Erträgen.

Höhere Lebenserwartung der Mediziner

Renten müssen länger gezahlt werden. Deshalb wurde die Rente mit 67 generell eingeführt. Wichtigster Grund: die erhöhte Lebenserwartung, die im Schnitt mit 4 Jahren über der dem Bundesdurchschnitt liegt. Und die wiederum beeinflusst die Dynamisierung.

Natürlich können sich die Versorgungswerke dem Nullzins-Niveau nicht entziehen. Aber sie können sich besser wehren als die Privatversicherer: Und: Sie können als Körperschaften des öffentlichen Rechts nicht im traditionellen Sinn insolvent werden. Ein Lebensversicherer kann durchaus pleite gehen; wird aber von den anderen aufgefangen.

Aufstockung immer sinnvoll

Da Renten künftig sukzessive immer höher besteuert werden, lohnt es sich schon aus diesem Grund vorzusorgen. Auf der anderen Seite können jetzt höhere Versorgungsbeiträge abgesetzt werden.

Die freiwillige Zusatzversorgung können alle in Anspruch nehmen, die die Höchstabgabe ausgeschöpft haben. Und zwar ohne Gesundheitsprüfung, wie dies bei der Lebensversicherung notwendig wäre. Man kann sich jährlich neu entscheiden, ob und wie man an der Aufstockung teilnehmen möchte. Zudem sind die Erhöhungsbeiträge steuerlich ebenfalls absetzbar.

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