Haushaltsnahe Dienstleistungen

Kosten für Handwerker und andere Dienstleistungen steuerlich absetzen

Die Kosten für Reparaturen und Handwerkerdienste in den Praxisräumen können Niedergelassene von der Steuer absetzen. Doch auch, wenn der Schreiner zu Hause Hand anlegt, kann das die Steuerlast erheblich senken. Ein Überblick.

Selten wurde in Deutschland mehr gebaut, gewerkelt und renoviert als heute. Der Grund: Angesichts der historisch niedrigen Zinsen macht Sparen nur noch wenig Sinn. Die Deutschen investieren ihr Geld deshalb lieber in Sachwerte. Und da stehen die eigenen vier Wände besonders hoch im Kurs.

Erfreulicher Nebeneffekt: Wer es richtig anstellt, kann sich einen Teil der Kosten für Handwerker- und andere Dienstleistungen vom Finanzamt zurückholen und so seine Steuerlast erheblich senken.

Der kleine Unterschied

Das Einkommensteuergesetz unterscheidet in Paragraf 35 a zwischen haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen, haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

Grundsätzlich gilt: Egal, in welche dieser drei Kategorien die Dienste des fleißigen Helfers fallen: Bis zu einem gewissen Höchstbetrag lassen sich 20 Prozent der Kosten von der Steuer abziehen – allerdings nur, wenn die Rechnung die Arbeitsleistung gesondert ausweist, sie den Handwerker bargeldlos bezahlen (also die Summe überweisen) und die Arbeiten Ihrem Privathaushalt zuzurechnen sind. Wichtig ist zudem: Die Kosten für Arbeitsmittel und Materialien sind nicht abzugsfähig. Steuermindernd wirkt also allein das Geld, das der Hausherr in die schiere Arbeitsleistung des Helfers investiert.

Zudem gibt es  zwischen den drei Kategorien einige wichtige Unterschiede:

  • Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse: Sie liegen per definitionem vor, wenn eine festangestellte Person Tätigkeiten ausübt, die normalerweise von Haushaltsmitgliedern erledigt werden. Klassiker sind Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen, aber auch das Versorgung von Kindern oder Senioren. Je nachdem, wie das Beschäftigungsverhältnis ausgestaltet ist, variiert der mögliche Steuervorteil. Wer den Helfer auf Minijob-Basis beschäftigt (ihm also bis 450 Euro pro Monat zahlt), kann bis zu 510 Euro im Jahr absetzen. Wer die Haushaltshilfe sozialversicherungspflichtig angestellt hat, kann bis zu 4.000 Euro pro Jahr geltend machen.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Eine solche Leistung liegt immer dann vor, wenn der Auftraggeber einer Firma oder einem Selbstständiger Arbeiten überträgt, die grundsätzlich auch ein Familienmitglied übernehmen könnte. Erneut zählt dazu das obligatorische  Putzen, aber auch Gärtnern oder Babysitten. Absetzbar sind Arbeits- und Fahrtkosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr.
  • Handwerkerleistungen: Wenn Sie Fachleute damit beauftragen, Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu renovieren, zu modernisieren oder Instand zu setzen, können sie bis zu 1.200 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen.

Surftipp: Genauer Ausführungen, welche Dienstleistungen unter die jeweiligen Kategorien fallen macht das Bundesfinanzministerium hier: http://bit.ly/1fbaMcF

Auch Mieter können profitieren

Noch immer ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass vor allem Immobilien-Eigentümer oder kinderreiche Familien die Möglichkeit haben, die Kosten für Haushaltshilfen oder Handwerker von der Steuer abzusetzen. Wer zur Miete wohnt, investiert schließlich nur selten in Instandhaltung und Reparaturen. Und in einer Singlewohnung fällt – vom wöchentlichen Besuch der Putzfee mal abgesehen – auch nicht besonders viel Arbeit an. Das ist einerseits zutreffend.

Andererseits übersehen Mieter dabei gerne, dass für sie – zumindest indirekt – jede Menge Handwerker arbeiten. Der Vermieter legt die Kosten für deren Dienste im Wege der Nebenkostenabrechnung auf seine Mieter um. Dieses Geld lässt sich – zumindest teilweise – zurückholen.

Steuerlich relevant sind insbesondere

  • die Hausmeisterkosten,
  • die Auslagen für die Pflege von Garten oder Grünanlagen,
  • die Kosten für die Reinigung des Treppenhauses,
  • Ausgaben für die Wartung von Fahrstuhl und Heizung sowie
  • die Kosten für den Schornsteinfeger.

20 Prozent dieser Ausgaben lassen sich – bis zur Höchstsumme von 1200 Euro pro in die Steuer bringen.

Tipp: Wenn Ihr Vermieter, wie so oft, erst reichlich spät die Nebenkostenabrechnung verschickt und der Brief regelmäßig erst nach Abgabe ihrer Steuererklärung bei Ihnen eingeht, müssen Sie auf die Steuerersparnis trotzdem nicht verzichten. Vielmehr können Sie Ihren Steuerbescheid offenhalten, bis sie alle relevanten Daten zusammen haben. Und so funktioniert’s: Sie geben Ihre Steuererklärung pünktlich ab, legen gegen den Bescheid dann aber Einspruch ein und reichen die Unterlagen nach.

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