Ärztemangel

Krankenkassen wollen Honorare in Ballungsräumen kürzen

Der GKV-Spitzenverband beim Thema Honorare möchte Land- gegen Stadtärzte ausspielen. Der Deutsche Hausärzteverband wehrt sich.

Honorar-Abschläge für Ärzte in überversorgten Gebieten hatte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, gefordert. „Wir haben in überversorgten Gebieten 25.000 niedergelassene Ärzte zu viel und in Mangelregionen lediglich 800 niedergelassene Ärzte zu wenig“, so der Kassenfunktionär. Ärzte, die sich neu niederlassen, sollten daher ihre Zulassung nicht mehr verkaufen können. Auf diese Weise solle die Zahl der Ärzte in den Städten nach und nach sinken.

Den Forderungen trat jetzt der Deutsche Hausärzteverband entgegen. „Dieser undifferenzierte Blick geht an der Versorgungsrealität vorbei und nimmt weder die tatsächlichen Probleme der Versorgung noch die Sorgen der Patienten ernst“, sagte dessen Vorsitzender Ulrich Weigeldt. Er betonte, die Anstrengungen der schwarz-gelben Koalition, mehr Landärzte zu gewinnen, würden verpuffen, wenn sie sich auf „die Spiegelfechterei der Kassenfunktionäre einlässt, nur ein Problem von Überversorgung und Unterversorgung wahrzunehmen“, so Weigeldt.

A&W-Kommentar
Zwangsmaßnahmen und Abschläge in Ballungsräumen werden Ärzte nicht auf das Land bringen, selbst wenn ihnen hier höhere Honorare winken. Entscheidend ist, die Arbeit als Landarzt attraktiv zu gestalten. Ansätze dazu sind zum Beispiel Notdienstpraxen und ein Abbau der Bürokratie.

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