Krankenkassen wollen Ärztehonorare um 2,5 Prozent kürzen

Als „Tritt vors Schienbein aller niedergelassenen Ärzte“ bezeichnet der NAV-Virchow-Bund den neuesten Kostendämpfungsvorschlag der Krankenkassen. GKV-Verbandschefin Doris Pfeiffer will die Ärztehonorare um 2,5 Prozent kürzen.

Die Gesetzlichen Krankenkassen sehen bei Ärzten und Kliniken Einsparpotenzial in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro. „Wir plädieren dafür, die Ärztehonorare im nächsten Jahr um 2,5 Prozent zu kürzen“, erklärte Verbandschefin Pfeiffer. Sie forderte zudem, die Ärzte sollten auf das für 2011 erwartete Honorarplus von ungefähr 1,2 Milliarden Euro verzichten.

„Frau Pfeiffer bemüht eine Rotstift-Rhetorik aus den 80er Jahren, während Politik und Gesellschaft diskutieren, wie das Berufsbild des Arztes zukünftig wieder attraktiver und die ambulante Versorgung gesichert werden kann“, kritisiert der NAV-Virchow-Bund Pfeiffers Vorschläge. Das von den Kassen angeführte Honorarplus der letzten Jahre sei ein politisch gewollter Nachholeffekt aus zwanzigjähriger Stagnation, so der Verband der niedergelassenen Ärzte.

Anstatt mit der „Heckenschere das Honorar der niedergelassenen Ärzte zu rasieren“, empfiehlt er den Kassen, zunächst einmal vor der eigenen Tür zu kehren. So erhielten Medienberichten zufolge einige Kassenvorstände für die nächsten sechs Jahre ihr Gehalt ohne Gegenleistung, weil ihre Positionen durch Fusionen weggefallen sind. „Wer die ihm anvertrauten Beitragsgelder im eigenen Haus verschwendet, hat nicht das Recht, bei anderen zu kürzen“, moniert der NAV-Virchow-Bund.

A&W-Kommentar

Während ganz Deutschland darüber nachdenkt, wie sich der drohende Versorgungsnotstand in der ambulanten Medizin aufhalten lässt, konterkariert der GKV-Spitzenverband mit derartigen Forderungen jedwede Bemühungen, den Arztberuf wieder attraktiver zu machen.

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