Steuertipps für Ärzte

Künftig mehr absetzen: Geringwertige Wirtschaftsgüter in der Arzpraxis

Bei manchen betrieblichen Anschaffungen geht das Finanzamt davon aus, dass die gekauften Wirtschaftsgüter sich aufgrund ihres niedrigen Werts schnell abnutzen. Dazu zählen in der Arztpraxis beispielsweise Kleinmöbel, Datenträger, kleinere Instrumente oder Laborbedarf. Bei solchen geringwertigen Wirtschaftsgütern hatten Sie bislang schon die Möglichkeit, diese im gleichen Jahr als Betriebsausgabe abzusetzen. Künftig fallen darunter auch höherwertige Gegenstände bis zu 800 Euro.  

Investition ist steuerlich betrachtet nicht gleich Investition. Es macht einen Unterschied, ob Sie ein neues Röntgengerät anschaffen und dieses über mehrere Jahre nutzen – oder ob Sie einen Zeitungsständer für Ihr Wartezimmer kaufen. Solche geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) dürfen Sie nämlich sofort, also komplett im Jahr der Anschaffung, als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Bislang war das nur bis zu einem Betrag von 410 Euro netto möglich.

Alternativ konnten Sie die sogenannte Poolregelung wählen – und für alle Gegenstände, deren Anschaffungskosten zwischen 150,01 und 1.000 Euro betragen, einen Sammelposten bilden. Dieser wird über fünf Jahre mit 20 Prozent jährlich abgeschrieben. Das bedeutet, dass die Anschaffungskosten gleichmäßig über fünf Jahre verteilt als Betriebsausgaben geltend gemacht werden müssen. Für eine der beiden Varianten müssen sich Selbstständige jährlich entscheiden, ein Hin- und Herwechseln zwischen Sofortabschreibung und Sammelposten ist nicht möglich.

Die große Koalition hat nun beschlossen, die Schwelle für geringwertige Wirtschaftsgüter anzuheben. Damit können ab dem 1. Januar 2018 künftig Anschaffungen bis zu einem Wert von 800 Euro netto sofort, vollständig und im gleichen Jahr steuerlich angesetzt werden.

Bei den Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts geht es nicht nur um das Preisschild, das dem Gegenstand umgehängt wird. Dazu gehören alle Aufwendungen, die notwendig sind, das Wirtschaftsgut in einen „betriebsbereiten Zustand“ zu versetzen. Außerdem zählen Nebenkosten des Kaufs dazu, etwa

  • eine Provision,
  • Speditionskosten,
  • Verpackung und Porto,
  • Versand oder auch
  • Kosten der Montage.

Anschaffungsnebenkosten müssen Sie zu Ihren Anschaffungskosten hinzurechnen. Auch nachträgliche Anschaffungskosten müssen Sie zu den Aufwendungen addieren. Abziehen dürfen Sie dagegen mögliche Preisminderungen oder Skonto-Vereinbarungen, die Ihnen eingeräumt wurden.

arzt-wirtschaft.de FINANZEN Praxis-Tipp

Wenn die Nutzungsdauer des Gegenstands unter einem Jahr liegt, betrachtet die Finanzverwaltung es als kurzlebiges Wirtschaftsgut. Solche Anschaffungen zählen nicht zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern. Die Anschaffungskosten dürfen Sie im gleichen Jahr als Betriebsausgabe vollständig ansetzen.

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Elter Constanze

Elter Constanze

Journalistin. Autorin. Moderatorin. bei Constanze Elter Steuern – leicht gemacht!

Expertin darin, Steuern in Worte zu fassen. In Hörfunk, Video und Print. Im Internet und in Büchern. Für Fach- und Schulbuchverlage und öffentliche Auftraggeber. Für Steuerkanzleien und Unternehmen.

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