Steuertipp

Kurheilkosten mit Gutachten abzugsfähig

Aufwendungen für einen Kuraufenthalt, der aufgrund von Erkrankungen medizinisch notwendig ist, sind als unmittelbare Krankheitskosten abzugsfähig im Sinne einer außergewöhnlichen Belastung. Das gilt auch für alternative Behandlungsmethoden.

Auch die Kosten einer Sauerstofftherapie und der Erwerb eines Wasserionisierers sind als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, auch wenn es sich bei der Sauerstofftherapie nicht um ein wissenschaftlich allgemein anerkanntes Heilverfahren handelt.

Grundsätzlich gilt, dass die gewählten Behandlungsmethoden auch dann als zwangsläufig anzusehen sind, wenn sie auf Erkenntnissen beruhen, die in der so genannten alternativen Medizin entwickelt worden sind. Entscheidend ist laut Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 5. Oktober 2011, VI R 49/10, BFH/NV 2012, Seite 33), ob die gewählte Behandlungsmethode anerkannt oder nach den für die Naturheilkunde geltenden Grundsätzen als medizinisch notwendig anzusehen ist.

Mit dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 hat der Gesetzgeber jedoch verschärfte Nachweisanforderungen für den Abzug von Krankheitskosten eingeführt (Paragraf 33 Absatz 4 EStG i. d. F. des Steuervereinfachungsgesetzes 2011, Paragrafen 64, 84 Absatz 3f EStDV). Diese Regelung soll rückwirkend für alle noch nicht bestandskräftigen Fälle gelten.

Ärzte sollten ihre Patienten daher darauf hinweisen, dass nach Änderung der Gesetzeslage unter anderem für folgende Heilmaßnahmen ein amtsärztliches Gutachten erforderlich ist, das vor Beginn ausgestellt sein muss:

  • Bade-, Heil- oder Vorsorgekur
  • psychotherapeutische Behandlung
  • medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung bei Legasthenie oder einer anderen Behinderung
  • Notwendigkeit der Betreuung durch eine Begleitperson
  • medizinische Hilfsmittel, die allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens darstellen (beispielsweise Rollatoren)
  • wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden wie etwa Sauerstoff-, Chelat- und Eigenbluttherapie

Ansonsten scheidet der Ansatz als außergewöhnliche Belastungen aus.

A&W-Kommentar
Die Gesetzesänderung enthält eine äußerst fragwürdige echte Rückwirkung. Zumindest für künftige Fälle können die Patienten aber auf die erneute Erschwerung der steuerlichen Absetzbarkeit hingewiesen werden.

Autor: Bernhard Mayer, Rechtsanwalt und Steuerberater in München, Sie erreichen ihn unter Telefon: 089 88949490, Fax: 089 8894949200 und eMail: kanzlei@bernhard-mayer.biz

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