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Laborreform: Mehr Fluch als Segen

Es war eigentlich ein Grund zum Jubeln: Vor einem Jahr wurde die Laborreform endlich umgesetzt. Mit ihr sollte auch die Situation für Hausärztinnen und Hausärzte verbessert werden. Doch ein Jahr danach lässt sich nur ein ernüchterndes Fazit ziehen.

Wer wenig Laborkosten veranlasst, soll belohnt werden – mit dem Wirtschaftlichkeitsbonus. Im Zuge der Laborreform vom April 2018 wurde zusätzlich die Bewertung des Wirtschaftlichkeitsbonus von 17 auf 19 Punkte angehoben. Das klang zunächst wunderbar. Doch ein Jahr später blicken die Kollegen ernüchtert auf den Benefit, den ihnen die Reform bringen sollte. Denn in der Praxis wirkt sich die Laborreform alles andere als positiv aus.

So haben Hausärzte, Gynäkologen und Urologen beim Wirtschaftlichkeitsbonus in der KV Rheinland-Pfalz trotz höherer Bewertung einen Rückgang hinnehmen müssen. Zur gleichen Zeit ist die Leistungsmenge im Labor gesunken. Genau hier liegt aber der Widerspruch!

Der Wirtschaftlichkeitsbonus müsste steigen, wenn die Menge zurückgeht. Doch es gibt ein Problem: Die Laborreform schränkte die Auswirkungen bestimmter Laborbefreiungsnummern deutlich ein. Denn der jeweilige Ziffernkranz listet die Laborleistungen, die jetzt noch aus der Berechnung herausfallen. Bei Diabetes zum Beispiel sind dies Glukosewerte, Kreatinin nach Jaffé, HBA1c und Mikroalbumin im Urin. Alle anderen Laborleistungen, die für einen Patienten mit Diabetes veranlasst werden, fallen seit dem 1. April 2018 ins Budget.

Für Allgemeinärzte bedeutet das: im Vergleich zum Vorquartal rund 200 Euro weniger an Wirtschaftlichkeitsbonus, für Gynäkologen im Schnitt 400 Euro und Urologen sogar rund 500 Euro weniger. Des Weiteren erhielt jeder dritte Arzt im zweiten Quartal 2018 gar keinen Wirtschaftlichkeitsbonus, im Quartal zuvor war es nur jeder vierte.

Kritiker monieren, dass die Ziffernkränze sehr restriktiv gemacht seien und nicht das breite Spektrum hausärztlicher Tätigkeit abbilden. Ob in der geplanten EBM-Reform diesbezüglich Änderungen gemacht werden, steht allerdings noch in den Sternen.

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