Lassen Sie sich von den Banken umwerben!

Kredite werden teurer. Weil die Zinsen gestiegen sind, müssen Bauherren teurer finanzieren. Gegenüber 2005 sind bei einem 150.000 Euro-Darlehen mit einem Prozent Tilgung pro Jahr 1.500 Euro mehr zu zahlen – 27 Prozent mehr. Deshalb gilt es mehr denn je, eine Umschuldung ins Auge zu fassen. So kann man bei einer Restschuld von 100.000 Euro durch einen Anbieterwechsel von nur 0,25 Prozent über zehn Jahre 2.500 Euro Zinskosten sparen. Bei 0,75 Prozent Differenz beträgt das Sparpotenzial schon 11.250 Euro.

Gründliches Vergleichen ist daher angesagt. Eine Abtretung der Grundschuld an eine weiterfinanzierende Bank ist nicht kompliziert und kostet nur wenige hundert Euro. Läuft das bestehende Darlehen erst in zwei bis drei Jahren aus, kann man auch ein „Forwarddarlehen“ nehmen: Hier wird der weiterführende Kredit schon jetzt mit einem kleinen Zinsaufschlag abgeschlossen, muss dann aber auch abgenommen werden.

Umsteigewillige müssen checken: Verlangt der neue Gläubiger eine Bearbeitungsgebühr oder ein aktuelles Wertgutachten? Oder sogar eine Restschuldversicherung? Müssen neue Grundpfandrechte ins Grundbuch eingetragen werden? Das alles kostet womöglich mehr, als der günstigere Zinssatz des neuen Kredites bringen würde. Aber auch hier gilt: Der verstärkte Wettbewerb zwingt die Institute zur Kulanz. Aber auch der bisherige Geldgeber wird vielleicht ein besseres Angebot machen, da die gesunkene Restschuld das Kreditrisiko für die Bank ja stark gemindert hat.

Sondertilgungen sind ein weiteres Argument. Wer plötzlich über eine größere Summe verfügt – etwa durch Erbschaft – möchte die Zinsbelastung reduzieren. Meist können fünf bis zehn Prozent pro Jahr eingezahlt werden, aber es gibt Kreditgeber, bei denen nichts geht. Weiter wichtig: Wird bei der neuen Bank auch das Programm der KfW-Förderbank angeboten? Und noch wichtiger: Wird der Darlehensverkauf an einen Investor ausgeschlossen? Bei den meisten Instituten ist dies der Fall.

A&W-TIPP

Gos und Non-Gos

■ Bei den preiswerten Offerten der Direkt- und Onlinebanken müssen Sie natürlich Abstriche bei der Beratung machen.

■ Erhalten Sie ein Angebot für eine Anschlussfinanzierung von Ihrem bisherigen Anbieter, sollten Sie von diesem mindestens 14 Tage Überlegungsfrist zugesichert bekommen.

■ Eine Vorfälligkeitsentschädigung müssen Sie nicht zahlen, wenn ein Vertrag endet.

■ Ein Wechsel lohnt sich also bei Zinsvorteil, angemessener Laufzeit, hohen Sondertilgungsmöglichkeiten, wenigen oder keinen Kontoführungsgebühren.

■ Ein erneutes Wertgutachten sollten Sie ablehnen.

■ Sie sollten sich rund ein halbes Jahr vor dem Auslaufen der Zinsbindung um eine kostengünstige Anschlussfinanzierung kümmern.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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