Gehälter im Gesundheitsweisen

Gesundheitswesen: Bis zu 26 % Gehaltsunterschied zwischen Ost und West

Fast 27 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung gibt es beim Gehalt noch immer ein Ost-West-Gefälle. Medizinische Fachangestellte (MFA) trifft es beim Gehaltsunterschied besonders hart, wie eine aktuelle Analyse zeigt. Doch auch in anderen Branchen verdienen Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern deutlich weniger.

Das Vergleichsportal Gehalt.de hat 339.006 Gehaltsdaten aus den neuen und alten Bundesländern miteinander verglichen. Das durchschnittliche Jahresgehalt für alle Fachkräfte in den alten Bundesländern liegt demach bei 42.968 Euro. In den neuen Bundesländern sind es hingegen nur 34.308 Euro. Damit bekommen Beschäftigte im Westen 25 Prozent mehr Gehalt als ihre Kollegen im Osten der Republik. Je nach Beruf und Branche kann die Lohnlücke sogar noch größer ausfallen.

Berlin hat große Anziehungskraft

Eine Ausnahme bildet übrigens Berlin: Hier liegen die Gehälter mit 41.020 Euro auf überdurchschnittlichem Niveau. Im Vergleich zu den Kollegen in den neuen Bundesländern erhalten Berliner sogar rund zehn Prozent mehr Gehalt. „Berlin hat eine starke Anziehungskraft insbesondere für junge Menschen. Die Hauptstadt gilt als Mekka für Gründer und Start-Ups, was Auswirkungen auf das Gehaltsniveau hat“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Ost-West-Gefälle bei über 15 Prozent im Gesundheitswesen

Bei der Analyse wurden auch die Gehaltsunterschiede im Gesundheitswesen unter die Lupe genommen. Sie sind bei einer Berufsgruppe sogar besonders stark ausgeprägt: Medizinsche Fachangestellte (MFA) verdienen in den westlichen Bundesländern durchschnittlich 38.818 Euro und damit rund 26 Prozent mehr als im Osten (32.627 Euro). Insgesamt verdienen Beschäftigte im Gesundheitswesen in den alten Bundesländern 15 Prozent mehr als ihre Kollegen im Osten.

Großer Gehaltsunterschied in der Industrie und im IT-Sektor

Die größte Gehaltsdifferenz zwischen Ost und West besteht im Industrie- und IT-Sektor: Während ein Elektroniker im Westen Deutschlands durchschnittlich 42.273 Euro verdient, erhalten Beschäftigte im Osten für den gleichen Beruf rund 10.000 Euro weniger. Das ist eine Differenz von mehr als 31 Prozent. Bei Softwareentwicklern liegt die Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland bei rund 17 Prozent. „In den neuen Bundesländern sitzen insbesondere kleine bis mittelständische Unternehmen, die nur vergleichsweise geringe Gehälter zahlen können“, so Bierbach weiter.

Verkäufer verdienen im Westen 4.000 Euro mehr Gehalt

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Handelssektor: Eine Fachkraft im Handel erhält im Osten Deutschlands rund 20 Prozent weniger Lohn als der Kollege aus dem Westen. Für die Berufsgruppe der Verkäufer im Einzelhandel ermittelten die Gehaltsexperten eine Lohndifferenz von durchschnittlich 15 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das eine Gehaltsdifferenz von jährlich rund 4.000 Euro.

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