Geldanlage

Lohnt sich der Immobilienkauf in Zeiten der COVID-19-Pandemie?

Steigende Zinsen auf der einen, sinkende Immobilienpreise auf der anderen Seite. Wer aktuell überlegt, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, muss viele Unwägbarkeiten in seine Überlegung einbeziehen. Welche Faktoren den Ausschlag geben sollten.

Kaufen oder nicht kaufen? Für Ärzte, die vor Beginn der Corona-Krise damit liebäugelten, einen Immobilie zu erwerben – oder womöglich schon sehr konkrete Vorbereitungen getroffen haben – ist diese Frage gerade nicht ganz einfach zu beantworten.

Das Virus hat nicht nur erheblichen Einfluss auf die Finanzwirtschaft. Auch die Einstellung vieler Kunden zum Kauf wandelt sich. In Zeiten, in denen auch viele Ärzte Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, wird der eine oder andere Kaufinteressent vermutlich zwei- und dreimal darüber nachdenken, ob er seine Ersparnisse wirklich in eine Immobilie steckt oder ob er den Kauf nicht lieber doch noch mal verschiebt.

Je mehr Menschen sich für die zweite Variante entscheiden, desto länger bleiben die einst so heiß umworbenen Objekte am Markt – und die Preise geraten unter Druck.

Wie entwickeln sich die Preise?

Aktuell stellen Marktbeobachter zwar noch keine signifikativen Preiseinbrüche bei Immobilienkäufen fest. Spätestens, wenn die erwartete Rezession in Deutschland einsetzt, dürfte der Effekt allerdings erkennbar werden. „Dramatische Einbruche bei den Immobilienpreisen wird es – zumindest in der Fläche – zwar auch in Zeiten von Corona nicht geben“, glaubt Max Herbst, Chef der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt. Eine gewisse Korrektur der Preise nach unten hält er aber für sehr wahrscheinlich.

Bei den Zinsen für Baukredite erwartet der Experte genau die entgegengesetzte Entwicklung. „Hypothekendarlehen werden sich in den kommenden Monaten vermutlich moderat, aber stetig verteuern“, sagt Herbst. Der Grund für seine Prognose: Die Konditionen für eine Baufinanzierung folgen mit etwas Verzögerung stets den Rendite-Sätzen der deutschen Bundesanleihe. Und die ziehen angesichts der jüngsten Entwicklungen und der dramatisch steigenden Haushaltsausgaben mit hoher Wahrscheinlichkeit noch etwas an.

Doch was bedeutet das für potenzielle Käufer? Sollten sie, ausreichende Finanzmittel vorausgesetzt, nun möglichst schnell kaufen, bevor die Zinsen steigen? Oder ist es sinnvoller, den Kauf zu verschieben, weil die niedrigeren Preise die schlechteren Konditionen beim Darlehen aufwiegen?

Für wen es sich lohnt, zu warten

Die FMH-Finanzberatung hat dafür unterschiedliche Modelle durchgerechnet – und ist zu einem eindeutigen Ergebnis gelangt: Die Vorteile eines niedrigen Kaufpreise wiegen die Nachteile leicht gestiegener Zinsen deutlich auf. Anders ausgedrückt. Wer günstiger kauft, ist auch dann schneller schuldenfrei, wenn die Zinsen für Baukredite steigen.

„Wer seine Traumimmobilie bereits gefunden hat, sollte dennoch überlegen, ob er sich auf ein solches Pokerspiel einlassen und den Kauf verschieben will“, warnt Herbst. „Ob der Preis auch bei der Wunsch-Immobilie so deutlich sinken wird, dass dadurch höhere Zinsen beim Darlehen aufgehoben werden, lässt sich derzeit leider nicht mit Gewissheit sagen.“  Aktuelle Zinsen finden Interessierte jeden Tag neu unter www.fmh.de/hypo

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