Aktienmarkt

Lohnt sich jetzt noch der Einstieg?

Champagnerlaune an der Börse. Seit dem Jahrestief im März ist der Dax um rund 50 Prozent gestiegen. Schnell noch einsteigen, bevor Aktien noch teurer werden? A&W-Autor Florian Bogner warnt vor zu viel Euphorie.

Diese Entwicklung hatte vor wenigen Monaten noch kaum jemand erwartet: Seit dem absoluten Jahrestief im vergangenen März stieg der Dax inzwischen wieder um rund 50 Prozent. Doch Vorsicht: Analysten warnen inzwischen vor übertriebener Euphorie und raten zu Vorsicht. Ihr Vorbehalt: Der aktuelle Aktienhype als Korrektur des zuletzt dramatischen Börsenverfalls in Folge der weltweiten Finanzkrise erinnert genau betrachtet mehr an eine Milchmädchenhausse denn an nachhaltige Kurskonsolidierung.

Interessant dabei: Die europäischen Topmanager verkaufen derzeit kräftig. Allein im September gaben sie Aktien ihrer eigenen Unternehmen im Wert von über 450 Millionen Euro ab. Und kauften gleichzeitig lediglich für rund 58 Millionen Euro. Der Hauptgrund wohl: Gewinnmitnahmen, so der Analyst Patrick Hable: „Die Führungskräfte waren im ersten Quartal sehr mutig und haben zu niedrigen Kursen gekauft. Nach der aktuellen Börsenrally stehen sie jetzt auf der Verkaufsseite und verkaufen stark ihre eigenen Aktien.“ Er muss es wissen, arbeitet er doch bei 2iQ Research, wo europaweit die meldungspflichtigen Wertpapiergeschäfte der Führungskräfte erfasst werden.

Beispiel: Deutsche Bank: Dort kauften einige Top-Manager Anfang des Jahres bei Börsentiefstständen große Aktienpakete. Nachdem sich der Kurs seitdem mehr als verdoppelte, stießen sie ihre Positionen in den vergangenen Wochen wieder ab.

Beispiel: SAP: Hier meldete einer der Unternehmensmitbegründer vor kurzem an, dass er sich von Aktien im Wert von rund 240 Millionen Euro trennen wolle.

Beispiel: Anheuser Busch Inbev – eine der größten Brauerei-Gruppen weltweit, deren Aktie im europäischen Aktienindex Eurostoxx notiert. Auch hier wurde vor allem im Monat September kräftig verkauft. Und zwar nach 2iQ Research- Analyse im Wert von über 200 Millionen Euro.

Auch in den USA geht der Trend bei den Managern ebenfalls zum Verkauf. Und das nicht ganz ohne Grund. Denn der Börsenaufschwung der vergangenen Monate war vor allem von der hohen Liquidität getrieben und nicht primär von besseren Wirtschaftsaussichten. Das Geld wanderte genau genommen nur deshalb an die Börse, weil andere Anlageformen derzeit kaum Rendite bringen und es an Alternativen fehlt.

Auch in Deutschland sind die Zinsen für Sparbuch und andere festverzinsliche Papiere im Keller und eine baldige Besserung kaum in Sicht. Viele sehen deshalb in Aktien die einzige attraktive Renditechance. Das freilich wiederum könnte Experten zufolge auch für weiter steigende Kurse sprechen – erst recht, wenn die Wirtschaft wieder stärker anzieht.

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