Abrufkredit

Maßgeschneiderte Kontoüberziehung

Girokonten überziehen ist teuer: über zwölf Prozent Zinsen im Schnitt. Dabei lassen sich kurzfristige Engpässe deutlich preiswerter finanzieren.

12,4 Prozent Zins kostet es derzeit im Schnitt, sein Praxiskonto zu überziehen. Die Banken schämen sich trotz des allgemein extrem niedrigen Zinsniveaus nicht, solch hohe Zinsen zu kassieren. Auf dem Tagesgeldkonto geparktes Geld bringt derzeit gerade mal 1,75 Prozent Zinsen. Da verdienen sich manche Institute eine goldene Nase. Das können sie aber nur, weil ihre Kunden diese Konditionen akzeptieren. Niemand kann marktabhängig jeweils zur günstigsten Bank wechseln, wer sein Geldinstitut aber mit Bedacht ausgewählt hat, braucht sich nicht allzu oft nach Alternativen umsehen.

Der Dispokredit ist allgemein der teuerste Kredit. Sinnvoll ist dessen Inanspruchnahme nur, wenn kurzfristig eine Zahlung ansteht und das Konto nur für wenige Tage überzogen wird. Der Zinssatz kann sich jederzeit ändern. Hüten Sie sich, auch noch den Dispo zu überziehen. Wer das tut, zahlt in der Spitze über 20 Prozent.

Dabei gibt es Ausweichmöglichkeiten. Wer es etwa nicht schafft, den überzogenen Betrag auf Dauer deutlich zu reduzieren, läuft Gefahr, bei der Quartalsabrechnung horrende Summen an Überziehungszinsen zahlen zu müssen. Der Kredit erhöht sich damit automatisch. Für solche Kreditnehmer eignet sich die Übertragung der überzogenen Summe in einen Ratenkredit. Der muss nicht zwingend mit der Hausbank abgeschlosssen werden, man kann vielmehr das günstigste Angebot suchen. Das Darlehen wird dann über einen bestimmten Zeitraum in gleichmäßigen Raten zurückgezahlt. Sondertilgungen sind nicht möglich. Die Konditionen aber liegen meist deutlich unter denen des Dispos.

Solche Aussicht auf Zinsersparnis bewahrt nicht davor, das Kleingedruckte des Kreditvertrags genau prüfen zu müssen. Denn ehe man sich versieht, hat man gleich auch noch eine Restschuldversicherung abgeschlossen. Damit si chern sich die Institute gegen Zahlungsausfälle ab, wenn der Kunde seine Tilgungsraten nicht mehr zahlen kann. Die Kosten dafür verteuern den Kredit. Darüber aufzuklären ist eigentlich die ureigenste Pflicht der Bankberater. Dass die häufig vernachlässigt wird, wissen die Verbraucherschützer: Vielen Kreditnehmern ist der Abschluss der Versicherung gar nicht bewusst, weil im Kreditantrag an bestimmten Stellen Kreuzchen schon formularmäßig gesetzt sind.

Viel flexibler und ebenfalls zu günstigen Konditionen können Kreditnehmer über geliehenes Geld verfügen, wenn sie sich einen Abrufkredit organisieren. Er verbindet die Vorteile des Dispos mit denen des Ratenkredits. Und so funktioniert er: Die Bank richtet ihrem Kunden ein Kreditkonto ein, auf dem ihm eine bestimmte Summe zur Verfügung steht. Diesen Betrag kann er nutzen, wie und wann er will. Die Zinsen zahlt er jedenfalls nur für die in Anspruch genommene Summe. Dafür verlangen die Institute zwischen fünf und rund elf Prozent Zinsen – meistens deutlich weniger als für den Dispo.

Auch der Abrufkredit basiert auf variablen Zinsen. Die Banken richten sich dabei nach einem Leitzins wie etwa dem Euribor. Steigt der, heben auch die Banken die Konditionen in der Regel an. Wie bei einem Ratenkredit überprüfen sie vor der Kreditvergabe die Bonität des Kunden und bemessen die Kreditsumme danach.

 

A&W-KOMPAKT

Ein großer Vorteil …
… gegenüber üblichen Ratenkrediten ist die Möglichkeit, den Kredit mit Sondertilgungen so schnell wie möglich wieder zurückzuzahlen. Das hilft Niedergelassenen, die oft über unregelmäßige Einkünfte verfügen, den Kredit bequem zu managen. Ein direkter Vergleich zwischen den Kreditangeboten ist schwierig, weil der Kunde über Tilgungsraten und Rückzahlungsdauer entscheidet.
Auch wenn es so manchem ein gutes und sicheres Gefühl bereitet, immer noch die Reserve in der Hinterhand zu haben – wenn er sie nutzt, kostet sie Geld. Doch bevor das Konto häufig im roten Bereich verweilt und sein Besitzer dafür teure Dispozinsen bezahlen muss, lohnt sich die Einrichtung eines Abrufkredits. Allerdings ist er kaum bekannt und nur wenige Banken bieten ihn an. Doch es ist egal, wo man sein Abrufkonto führt. Per Überweisung wandert der angeforderte Betrag aufs Girokonto. Und ein Dauerauftrag über einen kleinen Betrag auf dem umgekehrten Weg hilft, den genutzten Kreditbetrag möglichst klein zu halten.

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