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Lyme-Borreliose: Mehr als 300.000 Fälle pro Jahr


Arzt entfernt Zecke

Lyme-Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. In Deutschland infizierten sich allein 2019 über 300.000 Menschen. Wie groß die Gefahr der Übertragung durch einen Biss der Spinnentiere ist, hängt von der jeweiligen Region ab.

Wie wird Lyme-Borreliose übertragen?

Lyme-Borreliose, kurz auch Borreliose genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird. Bakterien des Genus Borrelia (Borrelien) verursachen die Krankheit. Mäuse und Vögel tragen den Erreger am häufigsten in sich. Der Stich der Zecke Ixodes ricinus überträgt dann die Erreger auf den Menschen. Diese geben ihn beim Blutsaugen an ihr Opfer weiter.

Mehr als 300.000 Infizierte pro Jahr

Allein 2019 infizierten sich laut Auswertung der ärztlichen Abrechnungsdaten durch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) 306.000 gesetzlich versicherte Personen. Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl einer Stadt wie Mannheim oder Karlsruhe. Insgesamt ist die Erkrankungshäufigkeit von 2010 bis 2019 aber leicht zurückgegangen.

Infektionsrisiko in 45 Kreisen besonders hoch

Die zeckenübertragene Infektionserkrankung kommt mittlerweile bundesweit vor. Regional bestehen aber deutliche Unterschiede beim Risiko, sich mit Lyme-Borreliose zu infizieren. Die Anzahl der mit Borrelien infizierten Zecken variiert zwischen fünf bis 22 Prozent. So fand man in einer Studie aus Mecklenburg-Vorpommern bei fünf Prozent der gesammelten Zecken Borrelien. In einer anderen Studie aus Sachsen waren schon etwa 9,4 Prozent der Zecken mit Borrelia burgdorferi befallen. Eine noch höhere Prävalenz von 12,8 Prozent wurde in einer Studie in Niederbayern und der Oberpfalz beobachtet. Und etwa 22 Prozent der Zecken im Südwesten von Baden-Württemberg waren ebenfalls positiv auf Borrelia burgdorferi getestet worden.

Die niedrigsten Werte betroffener Patienten verzeichnete noch Hamburg (187 je 100.000 Versicherte). Darauf folgt Nordrhein (224), Berlin (245), Schleswig-Holstein (273) und Westfalen-Lippe (280). Die höchsten Werte zeigten sich dagegen in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg (710), Thüringen (759) und Sachsen (919). Deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 429 Erkrankten je 100.000 Versicherte lagen auch die Werte in Bayern (565) und Sachsen-Anhalt (591).

Wie die Zi-Auswertung weiter zeigt, stecken sich Frauen häufiger als Männer an. Die höchsten Werte verzeichnet die Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen.

Möchten Sie noch weitere Informationen? Die komplette Auswertung lesen Sie hier.

 

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