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Thrombose im Homeoffice: Die Folgen der Trägheit für die Gesundheit


Mann sitzt in Unterhose am Schreibtisch im Homeoffice

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen den Weg ins Homeoffice geebnet. Einige haben sich dort mittlerweile so gut eingerichtet, dass sie immer träger werden. Das kann fatale Folgen haben.

Morgens direkt vom Bett an den Schreibtisch und abends von dort gleich aufs Sofa – das war für viele Menschen während des Lockdowns ein ganz normaler Arbeitstag. Und weil es so gemütlich ist, haben nicht wenige diesen Rhythmus einfach beibehalten. Schließlich ist die Corona-Krise noch längst nicht ausgestanden und viele Arbeitgeber gehen auch weiterhin kulant mit dem Thema Homeoffice um.

Sport? Och nö, gerade nicht …

Und auch wenn die Jogginghose mittlerweile für manche Menschen das liebste Kleidungsstück im häuslichen Arbeitsalltag ist, trägt sie ihren Namen völlig zu Unrecht. Denn die Verträge im Fitnessstudio sind längst gekündigt, im Sommer war es zu heiß und die Ozonbelastung zu hoch für Sport und jetzt herbstelt es draußen ja schon fast wieder. Man will ja keinen Schnupfen riskieren …

Langstreckenflug im Homeoffice

Dr. Horst Peter Steffen, Hilden, warnt vor einem erhöhten Thromboserisiko durch Bewegungsmangel. Wenn im Homeoffice der Weg zur Bushaltestelle oder vom Parkplatz zum Büro wegfällt und nicht einmal mehr kleine Strecken (z. B. in den Konferenzraum oder zum Schreibtisch der Kollegin) zurückgelegt werden, entfällt die Muskelpumpe, welche den Transport des Blutes zum Herzen unterstützt.

Erschwerend kommt hinzu, dass so ein Arbeitstag schon mal länger dauern kann als ein Langstreckenflug. Nur machen sich – im Gegensatz zu Reisenden – die wenigsten Schreibtischtäter darüber Gedanken, dass auch beim langen Sitzen vor dem heimischen Bildschirm das Blut langsamer fließt und so die Bildung von Gerinnseln gefördert wird.

So wirds noch gefährlicher

Patienten, die obendrein noch rauchen oder die Antibabypille nehmen, sind noch einmal deutlich mehr gefährdet, eine Thrombose und damit eine venöse Thromboembolie (VTE) zu entwickeln.

So ist einer dänischen Studie zufolge das Risiko für eine VTE bei starken Rauchern, die pro Tag 25 Gramm Tabak (etwa 30 Zigaretten) konsumieren, doppelt so hoch wie bei Menschen, die noch nie geraucht haben. Eine Metaanalyse chinesischer Forscher von 21 Studien fand heraus: Rauchende mit dem Konsum von maximal 14 Zigaretten pro Tag haben ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko für VTE, jene mit 25 Zigaretten täglich oder mehr ein um 63 Prozent erhöhtes Risiko.

Ähnlich sieht es bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille aus. Nach einer Studie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ist das Risiko für Thrombosen und Embolien bei einigen neuen Pillen der dritten und vierten Generation eineinhalb bis zweimal so groß wie bei den älteren Pillen.

Frauen, die rauchen und die Pille nehmen, haben nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sogar ein bis zu 87-mal höheres Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten wie Frauen, die weder rauchen noch die Pille nehmen.

Tipp vom Experten

Für den Venen-Fachmann Steffen ist Bewegung das A und O für gesunde Gefäße. Das bedeutet: Patienten sollten auch im Homeoffice regelmäßig aufstehen und zum Beispiel beim Telefonieren auf und ab gehen.

Ebenfalls wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Steffen rät, sich gleich morgens eine Flasche Wasser gut sichtbar auf den Schreibtisch zu stellen, um das Trinken nicht zu vergessen. Außerdem hält er das unterstützende Tragen leichter Kompressionsstrümpfe am Heim-Arbeitsplatz für sinnvoll.

Muskelpumpe aktivieren
Im Sitzen die Fersen auf den Boden pressen und die Zehen anheben. Dann auf die Zehenspitzen abrollen und wieder zurück. Diese Wippbewegung mehrmals täglich 20-mal wiederholen.

Quelle: u.a. www.venenliga.de

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