Einigung erzielt

Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel in 2021

Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel wird im kommenden Jahr um 4,6 Prozent erhöht. Darauf haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband geeinigt. Für den Heilmittelbereich wurde ein Plus von 3,2 Prozent erreicht.

Bei den bundesweit festzulegenden Anpassungsfaktoren haben die KBV und der GKV-Spitzenverband für das Jahr 2021 eine Steigerung von 4,6 Prozent vereinbart. Die Steigerung bei den Arzneimitteln lässt sich, wie in den Vorjahren, insbesondere mit dem Einsatz innovativer Arzneimittel begründen, so die KBV in der offiziellen Mitteilung. Diese kommen vor allem onkologischen Patienten zugute. Faktoren wie das Alter und die Anzahl der Versicherten verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen anschließend noch auf Landesebene.

„Die Erhöhung des Ausgabenvolumens ist eine wesentliche Voraussetzung, damit vor allem schwer kranke Patienten von neuen Therapien profitieren können – insbesondere in der Onkologie“, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. er bewertet die Steigerung um 4,6 Prozent als gutes Ergebnis.

Plus auch bei den Heilmitteln erreicht

Für den Heilmittelbereich wurde für das kommenden Jahr ebenfalls ein Plus vereinbart, KBV und GKV gehen hier von höheren Ausgaben aus. Die vereinbarte Steigerung des Ausgabenvolumens beträgt gegenüber dem laufenden Jahr 3,2 Prozent.

Das Plus ergibt sich laut Mitteilung insbesondere aus der Indikationserweiterung der podologischen Therapie und der manuellen Lymphdrainage beim Lipödem. Zudem wurden die erweiterten Verordnungsbefugnisse für Psychotherapeuten hinsichtlich der Ergotherapie berücksichtigt.

Preisentwicklung noch nicht berücksichtigt

Der zukünftig bundeseinheitlich zu bewertende Faktor Preisentwicklung wurde allerdings noch nicht berücksichtigt. Dies war nicht möglich, da die Preisverhandlungen zwischen den Krankenkassen und Heilmittelerbringern noch nicht abgeschlossen sind. Dies soll nach Abschluss der Verträge, spätestens aber bis zum 31. März 2021, nachgeholt werden.

Weitere Verhandlungen auf Landesebene

Die bundesweiten Rahmenvorgaben sind die Basis für regionale Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen zu den Ausgabenvolumina für Arznei- und Heilmittel. Bei den Verhandlungen müssen noch auf Landesebene wichtige Faktoren berücksichtigt werden, beispielsweise Alter und Anzahl der Versicherten.

Hintergrundinformationen: Übersicht der Anpassungsfaktoren bei Arzneimitteiln

Bei der Anpassung des Ausgabenvolumens für Arzneimittel werden berücksichtigt:

Zahl und Altersstruktur der Versicherten: regional
Preisentwicklung: -0,2 %
Gesetzliche Leistungspflicht: 0 %
Richtlinien Gemeinsamer Bundesausschuss: 0 %
Einsatz innovativer Arzneimittel: +4,6 %
Zielvereinbarungen, indikationsbezogen: regional
Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen: +0,3 %
Wirtschaftlichkeitsreserven, Zielvereinbarungen: regional

 

Anzeige

„Ich würde sagen, dass 99 Prozent der Patienten positiv auf Doctolib reagieren.” - Dr. Christian Kors

Bereits 135.000 Ärzte und Behandler nutzen den Terminmanagement-Service Doctolib in Deutschland und Frankreich. Doch welche konkreten Vorteile bringt der Einsatz von Doctolib in der Praxis? Drei Ärz... Mehr
Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

Weitere Artikel zum Thema:

20.000 Euro Preisgeld

vdek sucht Ideen für die Gesundheitsversorgung von morgen


Überblick zu neuen StiKo-Empfehlungen

Die Neuerungen bei den Impfempfehlungen 2020/2021


Fokus auf Krebs und Erbkrankheiten

Pharma: Fast 600 Medikamente für Kinder in Entwicklung


Honorarverhandlungen

Orientierungswert für 2021 steht: KBV unzufrieden


Plus von 0,9 Prozent

Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel in 2020