Alterssicherung

Mit Umkehr-Hypothek zur Zusatzrente?

Für Ärzte, die sich um ihren späteren Lebensstandard sorgen, gibt es eine wenig bekannte Finanzmöglichkeit: die Verrentung ihrer Immobilie. A&WAutor Claus Cory über die Einzelheiten der so genannten Umkehrhypothek.

Wer ein abbezahltes Eigenheim hat, will es auch bei finanziellem Engpass nicht verkaufen. Da kommt die Umkehrhypothek ins Spiel. Der Eigentümer erhält Kredit auf seine Immobilie, für den er weder Zins noch Tilgung zahlt. Er bekommt das Geld als Rente, Einmalzahlung oder Mischform. Erst wenn der Eigentümer stirbt, das Haus verkauft oder dauerhaft auszieht wird der Kredit plus Zinsen fällig. Der Kreditgeber erhält sein Geld aus dem Verkaufserlös der Immobilie. Oder die Erben tilgen und behalten das Haus.

Umkehrhypotheken gibt es erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Bei der DKB etwa muss der Eigentümer mindesten 65 Jahre alt sein. Der Kredit wird auf einmal ausgezahlt. Die Höhe hängt vom Alter des Rentners und vom Immobilienwert ab. Sie liegt bei 15 bis 35 Prozent des Immobilienwerts. Das Darlehen ist relativ teuer. Durch Zinsen, Gebühren und Pauschalen verdoppelt sich die Kreditschuld bereits nach zehn Jahren.

Bei einem anderen Modell haftet der Hausbesitzer mit seinem Vermögen. Durch eine vorsichtige Immobilienbewertung soll das Risiko aber minimiert werden. Das Darlehen gibt es meist als monatliche Rente. Bedingungen: Der Eigentümer muss mindestens 60 Jahre alt sein. Die Verrentung ihrer Immobilie ist vor allem für Hauseigentümer interessant, die in jedem Fall in ihrem Haus bleiben wollen und keine nahestehenden oder aber gut versorgte Erben haben. Immerhin beträgt die Durchschnittsrente in den Versorgungswerken zurzeit etwa 2.200 Euro. Wenn kein anderes Einkommen vorhanden sein sollte, kann es eng werden. Mit einer Umkehrhypothek können Teile der Immobilie zu Lebzeiten zu Geld gemacht werden. Jedoch: Das Darlehen ist recht teuer.

Wo liegen die Risiken? Der Verkaufspreis der Immobilie ist nicht abschätzbar, sodass die Banken eine niedrigere Rentenleistung auszahlen, als sich aus der Lebenserwartung und dem Immobilienwert ergeben würde. Je nach Vertrag mit der Bank kann es außerdem sein, dass Instandhaltungskosten weiterhin vom Eigentümer der Immobilie getragen werden müssen. Eine Umkehr-Hypothek ist außerdem nur dann überlegenswert, falls keine Erben existieren oder die Erben kein Interesse an der Immobilie haben oder aus sonstigen Gründen die Immobilie nicht vererbt werden soll. Der Verband Privater Bauherren (VPB) ist von dieser Finanzierungsform nicht begeistert, da man im Alter nicht mehr Herr in seinem eigenen Haus sei, sondern wieder die Bank mit im Boot habe – wie oftmals während der Finanzierungsphase.

 

A&W-BEISPIEL

Bei einem Eigenheim, …
… das jetzt 400.000 Euro wert ist, nimmt die Bank einen Risikoabschlag von 25 Prozent vor. Es werden aber nicht 300.000 Euro ausbezahlt, sondern das Darlehen am Laufzeitende darf nicht mehr als 300.000 Euro betragen. Bei 19 Jahre Laufzeit und sechs Prozent Zins steht eine Summe von knapp 100.000 Euro als Einmalauszahlung oder etwa 680 Euro an monatlicher Rente zur Verfügung.

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