Gewerbliches Standbein

Die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft

Wer seine wirtschaftliche Sicherheit neben seiner ärztlichen Praxis noch durch ein zusätzliches gewerbliches Standbein absichern will, tut sich damit dank neuer Rechtsformvariante sehr viel leichter.

Viele Ärzte würden sich gern neben ihrer Praxistätigkeit ein zweites wirtschaftliches Standbein auf dem gewerblichen Gesundheitsmarkt zulegen. Das ist jetzt einfacher. Seit 1. November gilt das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG). Es beschert die haftungsbeschränkte „Unternehmergesellschaft“. Sie ist keine neue Gesellschaftsform, sondern eine „GmbH light“. Während das Mindeststammkapital, das bei der Gründung nachgewiesen werden muss, für eine klassische GmbH nach wie vor 25.000 Euro beträgt, kann eine Unternehmergesellschaft schon mit nur einem Euro gegründet werden.

Die Erfahrung lehrt, dass viele gute Ideen schon im Vorfeld an den bürokratischen Mühen und Kosten gescheitert sind, die mit der Gründung einer GmbH bisher zwangsläufig verbunden waren. Die Vorteile des neuen GmbH-Gesetzes:

■ So genannte „Musterprotokolle“ fassen die bisher notwendigen drei Vereinbarungen (Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste) in einem Dokument zusammen. Das beschleunigt nicht nur das Genehmigungsverfahren, sondern reduziert auch die Verfahrenskosten drastisch.

■ Geschäftsanteile können leichter zusammengelegt und übertragen werden. Als Gesellschafter der GmbH gilt nun, wer in die Gesellschafterliste eingetragen ist. So können die Geschäftspartner problem- und lückenlos nachvollziehen, mit wem sie es zu tun haben.

■ Eine Besonderheit gilt für die Unternehmergesellschaft. Ihr geringes Stammkapital zwingt sie, ein Viertel des Jahresüberschusses dem Stammkapital zuzuführen. Und zwar so lange, bis das gesetzliche Mindeststammkapital von 25.000 Euro einer normalen GmbH erreicht ist.

■ Für eine von Ärzten gegründete Unternehmergesellschaft weitgehend bedeutungslos ist die durch die Reform eröffnete Möglichkeit, für die Gesellschaft einen Verwaltungssitz zu wählen, der nicht mit dem Satzungssitz übereinstimmt. Das bedeutet: die im Inland gegründete Gesellschaft kann auch im Ausland betrieben werden oder – aus welchen Gründen auch immer – nur ihre Verwaltung ins Ausland verlegen.

A&W-KOMPAKT

„Haftungsbeschränkt“ muss sein!

Tolle Perspektiven mit dem neuen GmbH-Gesetz, doch hat der Gesetzgeber auch einen Wermutstropfen in den neuen Wein der Unternehmergesellschaft gegossen. Sie muss stets mit dem Klammerzusatz „haftungsbeschränkt“ geführt werden. An diesem Punkt lässt das Gesetz nicht mit sich handeln. Es besagt ausdrücklich: „Eine Abkürzung des Zusatzes ist nicht zulässig.“

1

Anzeige

Telematikinfrastruktur: Vorbereitungen für bundesweiten Roll-out in vollem Gange

Wenn am 1. Juli 2017 der flächendeckende Roll-out startet, sollten Ärzte gut informiert sein, und vor allem nicht zu lange mit der TI-Anbindung warten. Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Verfahren vor dem Bundesgerichtshof

Benzinrechnung für Dienstwagen beim Finanzamt einreichen


Nachzahlung vom Finanzamt

Verzugszinsen vom Finanzamt


Verpflegungsmehraufwendungen

Neue Pauschalbeträge für Auslandsreisen


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Anzeige