Geldanlage

Geld in Zeiten von nervösen Börsen – bleiben Sie cool!

Die Krise am US-Immobilienmarkt schlägt hohe Wellen, die auch den deutschen Kapitalmarkt unterspülen. Viele Privatanleger fragen sich nun, ob ihr Geld noch sicher angelegt ist. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ich habe in Geldmarktfonds investiert. Was soll ich jetzt tun?

Zunächst sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren. Die meisten Geldmarktfonds sind von der Krise bislang nicht betroffen, weil sie in die entsprechenden Wertpapiere nicht investiert haben. Es handelt sich bei den kritischen Papieren unter anderem um so genannte ABS, Asset Backed Securities. Das sind Anleihen, die mit Krediten hinterlegt sind, etwa Immobilienkrediten. Werden diese Kredite nicht mehr bezahlt, ist die Anleihe in Gefahr. Das ist jetzt in den USA passiert. Amerikanische ABS, die sich auf Kredite an erstklassige Schuld-ner beziehen, sind bislang von der Krise nicht betroffen, ebenso wenig europä-ische ABS.

Wie erfahre ich, ob mein Geldmarktfonds solche ABS-Papiere hat?

In welche Papiere ein Geldmarktfonds investiert, steht etwa im Jahres- oder Halbjahresbericht. Die können Sie im Internet von der Seite der Fondsgesellschaft herunterladen oder per Telefon bestellen. Sie können auch direkt telefonisch um Auskunft bitten, ob Ihr Fonds von der Krise betroffen ist.

Mein Fonds hat ABS-Papiere im Portfolio. Soll ich sofort verkaufen?

ABS ist nicht gleich ABS. Von der Krise betroffen sind amerikanische ABS aus dem so genannten Subprime-Segment. Dahinter verbergen sich Immobilienkredite an Schuldner mit schlechter Bonität. Wenn Ihr Fonds keine solchen Papiere gekauft hat, und die meisten haben das nicht getan, besteht kein Grund zur Panik. Das Problem: Je mehr Anleger in Panik geraten und ihre Anteile verkaufen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fonds kollabiert. Geben nämlich viele Anleger ihre Fondsanteile zurück, muss die Fondsgesellschaft ihre Papiere verkaufen. Das ist aktuell schwierig, weil ABS nur mit hohen Abschlägen gehandelt werden.

Ich habe Anteile des Fonds FT ABS Plus (Isin LU0121186786) von Frankfurt Trust, der jetzt geschlossen wurde. Kann ich mein Geld jetzt abschreiben?

Der Fonds hatte vor seiner Schließung 2,5 Prozent an Wert verloren. Insgesamt stecken sieben Prozent des Fondsvermögens in ABS-Papieren aus dem schwierigen Subprime-Segment, heißt es bei Frankfurt Trust. Selbst wenn die alle wertlos würden, würde der Fonds nicht mehr als sieben Prozent Verlust machen – vorausgesetzt allerdings, die anderen Wertpapiere behalten ihren Wert.

Ich habe mein gesamtes Geld in einem Geldmarktfonds geparkt. Soll ich nicht besser aussteigen?

Es ist nie gut, alles auf eine Karte zu setzen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Anlageformen. Für kurzfristige Geldanlagen eignen sich auch Tagesgeld oder Festgeld. Für Geld, das Sie länger, aber trotzdem sicher anlegen möchten, können Sie Rentenfonds Euro oder Bundesanleihen kaufen.

Sind offene Immobilienfonds auch betroffen?

Nein. Sie investieren zwar auch in den USA, dort aber nur in Geschäftsgebäude, nicht in private Immobilien.

A&W-KOMMENTAR

Gedämpfter Optimismus

Die reale Wirtschaft wächst weltweit und die Unternehmen machen Gewinne. Außer den Banken ist bislang keine Branche von der Krise betroffen und zur Zeit sieht es auch nicht danach aus. Allerdings wird der Optimismus dadurch etwas gedämpft, dass die Wahrheit über das Engagement der Banken in riskanten Anleihen nur scheibchenweise an die Öffentlichkeit gelangt. Es ist deshalb nur schwer abzuschätzen, ob wir den Höhepunkt der Krise bereits überstanden haben, oder ob uns weitere schlechte Nachrichten ins Haus stehen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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