Umsatzsteuer

Neuer Fallstrick beim Praxisverkauf

Wer seine Praxis verkauft, musste auf die Umsatzsteuer bislang keinen Gedanken verschwenden. Das ist inzwischen anders.

Seit Mitte letzten Jahres müssen Praxisinhaber beim Verkauf ihrer KV-Zulassung oder eines weiteren (immateriellen) Praxiswertes auf die umsatzsteuerliche Behandlung ihres Handels achten. Und dies mit Blick auf zwei verschiedene Varianten: Veräußert ein Arzt seine gesamte Praxis, oder bringt er diese vollständig in eine BAG ein, ist dies eine Geschäftsveräußerung im Ganzen, die nach wie vor keine Umsatzsteuer auslöst.

Anders aber, wenn ein Niedergelassener einen Praxiswert oder seine KV-Zulassung losgelöst von einer vollständigen Praxisübertragung verkauft. Oder einen gesondert geführten Standort einer BAG abgibt. War der gleich bisher auch umsatzsteuerfrei, so entschied der europäische Gerichtshof am 8. Juni 2011, Umsatzsteuerfreiheit komme hierfür nicht länger in Betracht. Beispiel: Dr. med. Bernhard H. (60), ist Inhaber einer vertrags- und privatärztlichen Einzelpraxis. Er plant den Übertrag seiner vertragsärztlichen Tätigkeit auf ein MVZ-GbR. Dort will er angestellt weiter arbeiten. Seine privatärztliche Tätigkeit setzt er mit eigenen Geräten und Personal auf eigene Rechnung fort. Da Dr. H. nur einen Teil seiner Praxis auf das MVZ überträgt, ist die Übertragung des „kassenärztlichen Praxiswertes“ eine steuerpflichtige Leistung. Der Verkauf unterliegt somit der 19-prozentigen Umsatzsteuer.

A&W-KOMPAKT

Aus diesem Beispiel …
… ist ersichtlich, wie virulent die Gefahren einer Umsatzsteuerpflicht beim Praxisteilverkauf sind. Nachträglich festgestellte Umsatzsteuerpflicht führt nämlich zur Nacherhebung der Umsatzsteuer und damit zu einer direkten 19-prozentigen Erlösminderung.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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