Virchow-Bund

Niedergelassene fordern Finanzausgleich

Niedergelassene Ärzte fordern einen finanziellen Ausgleich für die anstehenden Steigerungen bei den Personalkosten.

Der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, sagte: „Auch unsere Mitarbeiter in den Praxen sollen an der allgemein guten Wirtschaftslage teilhaben. Nur müssen wir Ärzte uns das in einem gedeckelten System auch leisten können.“ Daher brauche es alternative Lösungen.

Vor allem die aktuelle Tarifeinigung für die Medizinischen Fachangestellten in Höhe von 2,9 Prozent sei eine Last für die Praxen, verdeutlicht Dr. Heinrich. Schließlich machten die Personalkosten rund 70 bis 80 Prozent der Praxiskosten aus. Hinzu kämen die sprunghaft gestiegenen Strom- und Energiekosten: „Dadurch steigen die Praxiskosten allein in diesem Jahr um schätzungsweise 4,5 bis 5,5 Prozent. Das ist mit der im GKV-Finanzierungsgesetz vorgeschriebenen jährlichen Zuwachsbegrenzung von 1,25 Prozent nicht zu stemmen. Zumal diese Steigerung allein von der gestiegenen Morbiditätslast, also von der zunehmenden Krankheitslast der Bürger, aufgefressen wird“, so der Bundesvorsitzende des Verbands der niedergelassenen Ärzte Deutschlands.

Vorbild für einen Ausgleich könnten die Krankenhäuser sein. Hier fordert der Bundesrat aktuell einen Ausgleich für Personalkostensteigerungen, die – ähnlich dem ambulanten Bereich – nicht von der gesetzlich vorgeschriebenen Grundlohnsummensteigerung abgedeckt werden. Dr. Heinrich: „Angesichts von rund 20 Milliarden Euro Überschüssen in der Gesetzlichen Krankenversicherung ist ein derartiger Ausgleich finanzierbar. Es muss aber gelten: Gleiches Recht für alle!“

„Wenn ich als Arzt in einem hochregulierten System auf Schranken treffe, die mich hindern, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen zu bezahlen, muss von außen eingegriffen werden.“ Ansonsten, ergänzt der Bundesvorsitzende, zeichne sich bereits der nächste Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ab.

Laut Bundesgesundheitsministerium haben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2011 einen Überschuss von rund vier Milliarden Euro erzielt. Die Ausgaben je Versichertem für den ambulanten Bereich (plus 2,1 Prozent) stiegen dabei gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringer als die im Krankenhaussektor (plus 3,7 Prozent).

FeedbackSenden
Anzeige

Verrechnungsstelle für Ärzte - warum sich die Zusammenarbeit für Sie rechnet

Im Vergleich zur Eigenabrechnung ist die Zusammenarbeit mit einer Verrechnungsstelle aus betriebswirtschaftlicher Sicht für eine Arztpraxis günstiger. Sie reduziert nicht nur den Zeitaufwand, welche... Mehr
Author's imageDr. Siegfried HammerlGeschäftsführer bei PAS Dr. Hammerl

Weitere Artikel zum Thema:

Online-Verdienstrechner

Online-Verdienstrechner für Niedergelassene


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Datenmaterial untersucht

Personalkosten in Hausarztpraxen steigen um knapp fünf Prozent


Medizinische Fachangestellte

Prämiengutscheine für Fortbildungen


Anzeige
Drucken