Bankberatung

Nur mit Checkliste und Protokoll!

Wer sich in der Bank beraten lässt, sollte dies künftig nur tun, wenn er mit einer Checkliste und einem Protokollformular bewaffnet ist. Andernfalls ist das Risiko unkalkulierbar.

Verbraucherministerin Ilse Aigner hat als Konsequenz der Finanzkrise eine Art „Routenplaner“ mit integriertem Protokollformular vorgestellt. „Damit soll stets das Produkt ermittelt werden, das für die Bedürfnisse des Kunden am besten geeignet ist, unabhängig davon, wer berät“, so die Ministerin. Um den Erfolg zu sichern, sind zwei Aspekte wichtig: Transparenz und Verständlichkeit – also was verbirgt sich dahinter und hält es, was es verspricht. Die Rechtsstellung der Verbraucher bei fehlerhafter Beratung werde durch den Gesetzentwurf zum Schuldverschreibungsrecht verbessert: Über jede Beratung ist ein Protokoll zu erstellen und dem Kunden auszuhändigen, so die Ministerin. Außerdem werde die Verjährungsfrist verlängert.

Die Beratungs-Checkliste des Verbraucherministeriums umfasst die Finanzsituation des Kunden, die bisherigen
Erfahrungen bei den einzelnen Anlagen, der Zweck der Investition, regelmäßige oder einmalige Sparanlage, Höhe und Dauer der Anlagesumme, Verfügbarkeit der Sparbeträge, Sicherheitsüberlegungen, Prioritäten. Jeder dieser Punkte wird
schriftlich fixiert. Auch die Personalien eines eventuellen Begleiters werden vermerkt.

Wichtig ist das Protokoll. Hier werden festgehalten: Empfehlungen des Anlagebraters (Produktbeschreibung,
Konditionen), die Kosten der Anlage (Abschlussgebühren, die laufenden Kosten, Ausgabenaufschläge, Provisionen etc). Zudem wird die Begründung des Beraters aufgenommen. Und schließlich der Hinweis, welche Verkaufsunterlagen ausgehändigt wurden. Natürlich mit den Unterschriften des Kunden und des Beraters.

Schon bislang wurden Protokolle angefertigt. Nur bekamen die die Kunden nicht zu sehen. Das waren interne Rechtfertigungs-Notizen, die im Reklamationsfalle vorgezeigt wurden. Jede Ärztin, jeder Arzt wäre gut beraten, diesen neuartigen Beratungs-Planer beim Bankgespräch dabei zu haben.

A&W-TIPPS

Den Routenplaner bekommen Sie beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) oder bei der nächsten Verbraucherzentrale in Ihre Nähe.

Kontaktdaten BMELV: Telefon: 0228 995290, eMail: poststelle@bmelv. bund.de, Dienstsitz Bonn: Postfach 140270, 53107 Bonn, Dienstsitz Berlin: 11055 Berlin.

Das BMELV ist nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nicht befugt, in Einzelfällen rechtsberatend tätig zu werden.

Allerdings liegt bei Auseinandersetzungen mit der Bank die Beweislast weiter beim Kunden, eine Umkehrung ist nicht geplant.

Anzeige

Die Förderung für die Telematikinfrastruktur (TI) sinkt - das Herzens-Angebot der CGM kommt

Ab 01. Juli 2018 sinkt die Förderung der TI-Ausstattung erneut. Diese Unwägbarkeit will CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) mit dem Herzens-Angebot ausräumen und gibt allen Ärzten das TI-Versp... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:


Klare Regelungen gefordert

Banken sollten Kunden warnen


Geldanlage

Banken müssen Provisionen offenlegen


Anlageberatung

Schlechte Noten für die Banken


Finanzkrise

Finanzkrise: Kreditklemme erreicht Praxisinhaber


Anzeige