Hypothekendarlehen

Ob privat oder für die Praxis: Investitionen in Immobilien immer interessanter

Ob privat oder für die Praxis: Angesichts der historisch niedrigen Zinsen werden Investitionen in Immobilien immer interessanter. Bei der Finanzierung sollten Niedergelassene jedoch nichts dem Zufall überlassen.

Was ist besser: Mieten oder Kaufen? Wenn es um die eigene Praxis geht, gibt es für beide Positionen hervorragende Argumente.

Mieter müssen sich nicht um Reparaturen, Sanierungen und  Behördenvorgaben kümmern, sondern können stets auf den Vermieter verweisen. Praxisbesitzer haben die Freiheit, ihre Arbeitsstätte nach Gutdünken zu gestalten. Investitionen kommen ihnen selbst zugute. Zudem zahlen sie Monat für Monat in die eigene Tasche, während Mieter auch nach Jahren in denselben Räumen ohne eigene Immobilie dastehen. Hinzu kommt, dass die niedrigen Zinsen die Finanzierung erschwinglich machen.

Niedrigzinsen nutzen
Wer den Kauf einer Immobilie erwägt, muss allerdings bedenken, dass ein guter Kredit mehr bieten muss als niedrige Zinsen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Interessenten sollten daher darauf achten, sich die günstigen Konditionen möglichst lange zu sichern – auch wenn das den Kredit insgesamt ein wenig verteuert.

Wichtig ist es zudem, dass die monatlichen Raten für Zins- und Tilgung nicht zu hoch angesetzt sind, denn selbst wenn die Praxis hervorragend läuft, gibt es doch immer wieder Schwankungen bei Umsatz und Gewinn. Die Kapitalbindung aufgrund des Immobilienkaufs sollte nicht dazu führen, dass kein Puffer mehr für unerwartete Ausgaben bleibt.
Vorausschauend planen

Experten raten daher eine lange Laufzeit mit niedrigen Tilgungsraten einzuplanen, sich aber per Vertrag die Möglichkeit zu möglichst üppigen Sondertilgungen offen zu lassen. Auch gilt es den beliebten Denkfehler zu vermeiden, dass öffentliche Mittel – etwa ein KfW-Darlehen – immer vorteilhafter sind als ein normales Bankdarlehen. Das ist eben nicht immer der Fall, auch wenn die nackten Zahlen diesen Schluss zunächst nahelegen. Die relativ kurzen Laufzeiten solcher Darlehen und die damit einhergehenden hohen Tilgungsraten können sich – gerade für Selbstständige – sogar zum Fluch entwickeln und die Praxisliquidität dramatisch beschränken. Es muss immer die individuelle Situation beleuchtet werden.

Kaufinteressierte Mediziner sollten überdies bedenken, dass der Wert von Büro- und Praxisimmobilien regelmäßig langsamer steigt als der von Wohngebäuden. Die Wahl des richtigen Standorts ist daher umso elementarer: Praxen in Ballungszentren – idealerweise in zentraler Lage – erzielen bessere Renditen als solche auf dem platten Land. Auch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (so vorhanden) ist ein Faktor.

Ebenfalls in die Kalkulation einbeziehen sollten Interessenten die Tatsache, dass Ihnen bei einem späteren Verkauf des Objekts zum Teil hohe steuerliche Belastungen entstehen – wer kauft, sollte mit dem Objekt daher langfristige Pläne verfolgen.

Betongold
In Zeiten, in denen die Zinsen so niedrig sind, dass Sparen nicht einmal die Inflation ausgleicht, flüchten Anleger von jeher in Immobilien. Dennoch sollten die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht der einzige Grund sein, der für den Kauf eigener Praxisräume spricht. Nur wenn die Immobilie langfristig an Wert gewinnt, lohnt sich die Investition.

A&W-Kompakt
Hohe monatliche Raten machen vielleicht schnell schuldenfrei – vielfach nehmen sie niedergelassenen Ärzten aber auch die Luft zum Atmen. Moderate Raten in Kombination mit einem großzügigen Sondertilgungskontingent sind daher oft die bessere Wahl. Auch die Option einer Kreditkündigung ohne Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung kann überlegenswert sein, zum Beispiel wenn eine Erbschaft ins Haus steht. Der Kredit wird durch diese Modelle zwar teurer, aber auch weniger belastend.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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