Notdienste

KV-Notdienst: Oft eine besondere Risikosituation für Ärzte

Gerade bei KV-Notdiensten sollten Sie als Arzt mit erschwerten Bedingungen rechnen, die Fehlerquoten, wie z.B. falsche Diagnosen oder zeitlich verzögerte Behandlungen, erhöhen können.

Eine besondere Risikosituation

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Sie kennen in vielen Fällen weder den Patienten, seine Krankheitsgeschichte noch seinen behandelnden Arzt. Außerdem ist gerade am Wochenende die Bereitschaft von Patienten, sich einweisen zu lassen, äußerst gering. Auf labortechnische und bildgebende Verfahren müssen Sie außerdem verzichten.

Die Rechtsprechung stellt im Rahmen der Hausbesuche und Notdienste sehr hohe Anforderungen an das Verhalten des Arztes. Sie fordert, dass ein Patient stationär behandelt werden muss, wenn ein dramatisches Krankheitsbild nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Ein Beispiel aus der Praxis

Im Wochenenddienst sieht der Arzt auf Wunsch des Patienten von einer Krankenhauseinweisung ab. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Patient einen ersten Schlaganfall erlitten hatte. Aufgrund der rudimentären Dokumentation wird der Arzt zu einem sechsstelligen Schmerzensgeld plus Folgekostenübernahme verurteilt.

Wie können Sie sich entlasten?

Eine Haftung wegen fehlerhafter Diagnose oder unterlassener Einweisung kann später nur dann abgewiesen werden, wenn

  • die Einweisung veranlasst und überwacht wird oder
  • die Weigerung eines Patienten entsprechend dokumentiert wird.

Der Patient muss hierbei allerdings möglichst nachweislich auf die Konsequenzen hingewiesen werden.

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Steven Ohle

Steven Ohle

Produktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Steven Ohle ist bei der HDI Vertriebs AG in Hannover als Projektleiter für die Kooperation mit arzt-wirtschaft.de verantwortlich.

Seit 2018 betreut Steven Ohle die Berufsgruppen der Freien Berufe mit dem Schwerpunkt Ärzte und Gesundheitsfachberufe.

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