Anwaltsberatung: Ohne Feilschen geht nichts mehr

Ob Arzthaftpflichtfall, Nachbarschaftsärger oder Erbstreit – wer einen Anwalt einschaltet, kann mit ihm  ums Honorar feilschen.

Frei verhandelbar ist zum Beispiel die außergerichtliche Beratung. Darunter fallen alle Leistungen, die der Anwalt vor der Kontaktaufnahme mit der Gegenseite erbringt. Sobald der Mandant den Anwalt allerdings zur Vertretung ermächtigt, gelten noch die gesetzlichen Gebührensätze – die Kosten richten sich dann nach dem Streitwert.

Freilich, ein Mandatsverhältnis kann zustande kommen, obwohl man dies so gar nicht beabsichtigt hat. Ein Mandat ist wie jeder andere Vertrag auch, noch nicht mal die Schriftform ist vorgeschrieben. Grundsätzlich kann allein die Kontaktsuche mit einem Anwalt – ein solches Mandat beziehungsweise eine Rechtsberatung schon begründen.

A&W-Tipp: Rechtssuchende, die sich daher bei einem Anwalt erst einmal nur nach dem Preis erkundigen wollen, sollten dieses auch gleich zu Beginn des Gesprächs deutlich machen.

Findet eine gewollte Beratung statt, sollte das Honorar vorab feststehen. Dabei steht vor allem der Anwalt in der Pflicht. Versäumt er, eine Summe zu nennen, gelten Höchstgrenzen: 190 Euro plus Mehrwertsteuer. Für weitere Beratungen oder ein Gutachten maximal 250 Euro plus Mehrwertsteuer.

Fest steht: Einmal festgelegtes Honorar bindet, es kann sich dabei um eine pauschale Summe handeln oder am Stundensatz orientieren. Derzeit liegen die Sätze pro Beratungsstunde je nach Kanzleistruktur und Rechtsgebiet zwischen 100 und 350 Euro. In Einzelfällen (etwa bei spezialisierten Anwaltskanzleien) werden auch Stundensätze bis 500 Euro verlangt.

Die Verhandlungen mit dem Anwalt sind für die Ratsuchenden allerdings alles andere als einfach: Wie soll man eine Anwaltsleistung beurteilen? Ist eine Ehescheidung wirklich komplexer als eine Erbstreitigkeit? „Für einen Laien ist diese Abwägung kaum möglich“, meint Stefan Wedding, Anwalt und Vergütungsexperte aus Berlin.

Deshalb der A&W-Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er nicht abgezockt wird, lässt sich einen Preis nennen und fragt dann bei Verbraucherzentralen nach.

Es ist davon auszugehen, dass die diesjährigen Änderungen beim Honorar nach und nach zu Pauschalangeboten führen werden, etwa bei simplen Rechtsfällen um Kaufverträge oder Versicherungen. Für komplexere Fragen kann es jedoch sogar teurer werden als bisher, zumal wenn man sich von einem etablierten Spezialisten beraten lässt. Dennoch sollte nicht allein der Preis entscheiden. Ein Anwalt, der fit im Stoff ist, findet eine Lösung für eine komplizierte Rechtsfrage auch schon mal in zehn Minuten. Ein anderer braucht dafür drei Tage oder scheitert ganz.

Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt zunächst einmal bei den Verbraucherzentralen an: Eine persönliche Vorprüfung des Falles kostet hier in der Regel nur 18 Euro, telefonisch 1,50 Euro pro Minute, schriftlich 50 Euro. Merke: Nicht der günstigste Anwalt ist auch der beste.

A&W-TIPP

Helfen bei der Suche nach einem kompetenten Fachjuristen können die örtlichen Anwaltsvereine oder im Internet der Anwaltssuchdienst. Die Rechtsanwaltskammern dürfen zwar Adressen nennen, aber keine Empfehlungen für Anwälte aussprechen. Rund 130.000 Rechtsanwälte gibt es derzeit in Deutschland. Sie sind auf den verschiedenen Rechtsgebieten wie Straf-, Steuer- oder Familienrecht tätig. Für einen einzelnen Anwalt ist es kaum möglich, sich in allen Rechtsgebieten gleich gut auszukennen.

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