Praxis-Einnahmen

Ohne Privatpatienten sähe es schlecht aus

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei den Praxis-Einnahmen ist der Anteil an Privatleistungen, die die GKV-Tätigkeit quersubventionieren.

Hier bestehen laut ZI-Praxis-Panel 2013 deutliche Unterschiede über die Fachgrenzen hinweg. Generell werden rund 88 % der Behandlungen durch die gesetzliche Krankenversicherung getragen; en detail kommen die Bereiche Allgemeinmedizin und Psychotherapie auf 14 %, die Augenheilkunde und die Dermatologie auf 34 %, die Urologie gar auf 38 % privat abzurechnende Leistungen. Interessant schließlich der Blick auf die Patientenzahlen, beispielhaft dargestellt für das IV. Quartal 2011: So behandelt eine Allgemeinmedizin- Praxis durchschnittlich 1 354 Patienten, eine Praxis für Augenheilkunde 2 374 Patienten, eine Praxis für Radiologie gar 5 008 Patienten, während sich eine Psychotherapie-Praxis mit 58 Patienten bescheidet. Diese eklatanten Unterschiede erklären sich über den vorrangigen Einsatz der Geräte resp. des Gespräches sowie die Frequenz der Patientenkontakte pro Quartal.

Hinsichtlich der ärztlichen Kommunikation liefert das Zi-Praxis-Panel einen auffallenden Hinweis auf differentes Vorgehen von Männern und Frauen. So nehmen sich Ärztinnen mehr Zeit für ihre Patienten als Ärzte, setzen aber auch weniger Arbeitszeit insgesamt ein. So verwenden sie im Schnitt 38,3 Minuten pro Patient und Behandlungsfall, ihre Kollegen lediglich 31,1 Minuten. Dieser geringere „Patientendurchsatz“ pro Stunde und pro Quartal erklärt die durchschnittlich höheren Praxis-Gesamteinnahmen männlicher gegenüber weiblichen Vertragsärzten. Gemäß dem Bundesarztregister waren im Erhebungszeitraum 46 261 von 121 641 Praxisinhabern (i. e. 38 %) weiblich.

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