Bürokratieindex wieder gestiegen

Bürokratie kostet niedergelassene Ärzte Milliarden

56 Millionen Stunden bzw. mehrere Milliarden Euro kostet die Erfüllung der bürokratischen Pflichten die deutschen Ärzte jedes Jahr. Die Belastung für Vertragsärzte und -psychotherapeuten ging in den Jahren 2013 bis 2016 zurück, jetzt ist sie wieder leicht gestiegen. Damit befindet sich der Bürokratieindex noch immer auf einem hohen Niveau.

Bürokratie ist für das Funktionieren einer Gesellschaft unerlässlich, aber leider auch eine große Belastung für Freiberufler und Unternehmer. Um den Aufwand zu messen und die dazugehörigen Kosten benennen zu können, werden von verschiedenen Stellen entsprechende Belastungsbarometer geführt. Darunter auch der Bürokratieindex der KBV.

Der aktuelle Bürokratieindex

Nachdem hier im letzten Jahr von 2013 bis 2016 ein Rückgang der Belastung um fast 5 Prozent festgestellt wurde, ist aktuell ein leichter Anstieg um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Damit fallen derzeit über 54 Millionen Stunden für die Informationspflichten aus den Vorgaben der gemeinsamen Selbstverwaltung an. Hinzu kommen die Aufwände, die sich aus der Bundes- und Landesgesetzgebung sowie Vorgaben auf Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kommunen ergeben. Und das, obwohl gerade im vergangen Jahr einige Maßnahmen durchgeführt wurden, die zu einem Abbau der Bürokratie und damit der dazugehörigen Kosten führen sollten.

Die Entwicklung der letzten Jahre

2015 veröffentlichte der Nationale Normenkontrollrat (NKR) eine durch das Statistische Bundesamt durchgeführte Bestandsmessung. Demnach lag der Aufwand für Bürokratie bei Vertragsärzten und -Psychotherapeuten 2013 bei 55 Millionen Stunden bzw. bei 2,36 Milliarden Euro an jährlichen Bürokratiekosten.

Basierend darauf hat die KBV 2016 den Bürokratieindex ins Leben gerufen, der zeigen soll, wie viel Zeit die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit Büroarbeit verbringen. Entwickelt wurde der Index von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und der Fachhochschule des Mittelstandes.

Die gute Nachricht zuerst: Der zeitliche Aufwand und damit auch die Kosten, die mit den Verwaltungsaufgaben einhergehen, sind in den letzten Jahren leicht gesunken. Als Basis für den Bürokratieindex (BIX) geht man von 100 Punkten im Jahr 2013 aus. Zwischenzeitlich ist der BIX laut KBV-Mitteilung um 4,72 Punkte auf 95,28 Punkte in 2016 gesunken. Erst in diesem Jahr ging der Wert mit einem Plus von 0,2 wieder leicht nach oben. Hoffenltich kein Trend, der sich weiter fortsetzt.

Denn die Belastung bleibt auch so weiterhin auf einem hohen Niveau. Der aktuelle BIX entspricht 54 Millionen Stunden, die Ärzte und Psychotherapeuten 2016 mit Büroarbeit verbringen mussten. Im Durchschnitt werden in einer Praxis somit fast 60 Nettoarbeitstage des Arztes oder eines Mitarbeiters allein für den jährlichen Bürokratieaufwand benötigt.

Wie bereits im letzten Jahr beobachtet, sind die Zahlen für die jährlichen Verordnungen von Krankentransporten und Heilmitteln sowie die Bescheinigungen von Arbeitsunfähigkeit weiter gestiegen, was auch zu einem Anstieg der damit verbundenen bürokratischen Aufwände führt.

Detaillierte Informationen zum aktuellen BIX finden Interessenten auf dieser KBV-Seite: http://www.kbv.de/media/sp/BIX2017_Projektbericht.pdf

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Author's imageDr. Siegfried HammerlGeschäftsführer bei PAS Dr. Hammerl

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