Geschickt anlegen

Passt Ihr Aktienanteil zu Ihrem Alter?

Alterssicherung ist eine Frage des Anlagegeschicks. Und der altersabhängigen Depotmischung. Die darf bei Jüngeren mehr Risiko bergen, als bei älteren Anlegern. Wir verraten Ihnen, wie Sie’s richtig machen.

Investmentfonds legen das Geld der Anleger in Aktien, Anleihen, am Geldmarkt, in Optionen oder Immobilien an. Bei börsengehandelten Fonds wird nur eine bestimme Anzahl von Anteilen ausgegeben, die an der Börse zum jeweiligen Kurs ge- oder verkauft werden, der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage sowie nach dem „Börsenklima“.

Bei aktiv verwalteten Wertpapierfonds versuchen die Manager, durch geschickten Kauf oder Verkauf von Wertpapieren einen hohen Kursgewinn zu erzielen. Dafür verlangen sie einen Ausgabeaufschlag von zumeist fünf Prozent sowie jährliche Management-Gebühren von 1,0 bis 1,5 Prozent. Dazu kommen oft noch versteckte Gebühren bei den fondsintern anfallenden Kauf- und Verkaufsspesen von etwa 0,5 Prozent. Bei einer Haltedauer von fünf Jahren sind das drei Prozent pro Jahr. Nur wenigen Fondsmanagern gelingt es, mehrere Jahre lang den Kursgewinn der relevanten Indices wie DAX oder SMI zu übertreffen. Bei vielen Fonds erhält der Käufer daher für seine Gebühren keine angemessene Leistung.

Das macht speziell Index-Aktienfonds interessant. Das sind börsengehandelte Aktienfonds, im Börsenjargon „Exchange Traded Funds“ (ETF). Deren Zusammensetzung richtet sich nach dem Bezugsindex wie etwa dem DAX oder dem SMI. Ihr Wertzuwachs folgt dem Kurs des zugrunde gelegten Index, eine über- oder unterdurchschnittliche Wertentwicklung ist daher ausgeschlossen. Deshalb benötigt ein Indexfonds keine teuren Aktienspezialisten, die Gebühren sind daher gering, sie betragen nur etwa 0,2 bis 0,5 Prozent jährlich. Das macht sie für den Investor attraktiv. Ferner erhält er eine bessere Risikostreuung, als er selber durch den Kauf einzelner Aktien erreichen könnte.

Das Eigenheim ist meist die erste größere Investition nach der Familien- und Praxisgründung. Es bietet Lebensqualität und Unabhängigkeit und kann eine gute Kapitalanlage sein, wenn es

■ Sie nicht überfordert, Sie nicht am Kauf von Aktien hindert,

■ nicht Ihre berufliche Mobilität und damit Ihre Verdienstchancen behindert,

■ in einer Wachstumsregion liegt, sodass Wertverlust nicht zu erwarten ist und

■ es darüber hinaus nach Lage, Größe und Bauart „marktgängig“ ist, sodass Sie es bei einem beruflich bedingten Wechsel oder nach Ihrer Pensionierung leicht verkaufen können.

Renditeimmobilien gehörten früher zur traditionellen Altersvorsorge. Sie überstanden alle Inflationen und wenn keine Bombe drauf fiel auch Kriege. Aber künftig führen die demografische Entwicklung und der wirtschaftliche Strukturwandel in vielen Regionen zu einem Überangebot und somit zu sinkenden Mieten und Verkaufspreisen. Seit zehn Jahren bietet das „Betongold“ deshalb keinen Inflationsschutz mehr.

Grundsätzlich wichtig: Junge Investoren können beim gezielten Vermögensaufbau ein höheres Risiko eingehen, weil sie auch eine längere Baisse aussitzen können. Im schlimmsten Fall dauert eine Baisse acht Jahre. Daher sollten gerade junge Anleger ihr Vermögen überwiegend in Aktien beziehungsweise Indexfonds anlegen. Für das Depot eines 35-jährigen Arztes empfiehlt sich etwa folgender Mix:

■ 65 Prozent Aktien, Index- oder Aktienfonds,

■ 15 Prozent festverzinsliche Wertpapiere (Renten), Tages- oder Festgeld und

■ 20 Prozent Immobilien, Eigenheim oder Immobilienfonds.

Merke: Ein Rentner ist auf den „Verzehr“ seines Vermögens angewiesen, daher kann er eine Baisse nicht aussitzen. Für ihn wird mit Zunahme des Alters Kapitalerhalt wichtiger als hohe Rendite. Die gängige Faustformel lautet deshalb: Aktienanteil = 100 Prozent minus Lebensalter. Für den 35-Jährigen ergibt sich somit (siehe oben) ein Aktienanteil am Gesamtvermögen von 65 Prozent, für den 70-Jährigen von 30 Prozent.

Aber die Asset Allocation sollte die reale Rendite (Wertzuwachs plus Dividenden/ Zinsen abzüglich Steuern und Geldentwertung) sowie die Risiken berücksichtigen. Einige Jahre nach der Pensionierung kann ein Teil des Vermögens in eine Leibrentenversicherung umgewandelt werden. Dadurch fließen bis zum Tod des Rentners auch nach Aufzehrung seines Vermögens noch Einnahmen. Aber das ist nur sinnvoll, wenn die reale LVRendite in einem angemessenen Verhältnis zu den am Markt erzielbaren realen Renditen von Aktien, Festverzinslichen und Immobilien steht.

A&W-KOMPAKT

Wert oder Wachstum?

Es gibt viele nützliche Anlagestrategien. Die zwei wichtigsten sind:·

■ die Wertstrategie (Value Investing)

■ die Wachstumsstrategie (Growth Strategy).

Bei der Wertstrategie werden solide Aktien zu günstigen Kursen gekauft und über längere Zeit gehalten. Meist zahlen diese Aktien eine verhältnismäßig hohe Dividende, die den Kurs auch in einer Baisse gegen allzu starke Verluste schützt. Der Value-Investor erwartet, dass der Markt unterbewertete aber wertvolle Aktien irgendwann entdeckt und die Kurse steigen. Inzwischen erfreut er sich einer guten Dividende. Der Wachstumsinvestor akzeptiert teure (am Kurs-Gewinn Verhältnis = KGV gemessene) Kurse, weil er damit rechnet, dass der Gewinn des Unternehmens schnell wächst. Er nimmt dafür eine geringe oder keine Dividende in Kauf. Er zahlt schon heute für eine rosige Zukunft. Tritt diese nicht ein, sinken die Kurse von Wachstumsaktien erheblich und auf Dauer. Die Erfahrung zeigt: die Wertstrategie erzielt auf längere Sicht bessere Ergebnisse, steht längere Baisse-Perioden besser durch und birgt weniger Risiko. Bisher hatte jedoch die Wachstumsstrategie steuerliche Vorteile: nur die (niedrigen) Dividenden unterlagen der Einkommensteuer, nicht die Kursgewinne. Mit der Abgeltungssteuer geht dieser Vorteil verloren, weil auch die Kursgewinne besteuert werden. Daher gewinnt die Wertstrategie an Bedeutung.

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