Forderungsmanagement

Krankenkassen müssen nach 4 Jahren nicht mehr zahlen

Medizinsche Leistungserbringer sollten Vorsicht vor dem Ablauf der vierjährigen Frist zur Geltendmachung von Forderungen walten lassen: Lässt man die Frist verstreichen, müssen Krankenkassen nicht mehr zahlen. Über das Urteil des LSG Hamburg schreibt Steuerberater Dennis Janz, Fachberater im ambulanten Gesundheitswesen (IHK).

Medizinische Leistungserbringer sowie Physiotherapeuten und Hebammen haben die vierjährige Frist zur Geltendmachung von Forderungen nach § 45 Abs. 1 SGB I zu beachten. Wenn sie dies nicht tun, kann sich der gegenüberstehende Leistungsempfänger auf die Verjährung der Arztrechnung berufen und muss die Forderung nicht mehr begleichen. Das hat das Landessozialgericht Hamburg in einem Urteil bestätigt (Az. 25.08.16, L 1 KR 48/15).

Vor dem Landessozialgericht hatte eine Hebamme geklagt. Sie wollte 2012 noch Vergütungen für Leistungen aus 2008 gegen den Schuldner einfordern. Das tat sie aber  zu Unrecht, wie die Richter entschieden. Sie bestätigten, dass sich  der entsprechende Vertragspartner in diesem Fall auf die Einrede der Verjährung berufen durfte und die Rechnung nicht mehr bezahlen musste.

Ansprüche verjähren

Gemäß § 45 Abs. 1 SGB I verjähren Ansprüche auf Sozialleistungen vier Jahre nach Ablauf des entsprechenden Kalenderjahres in dem sie (schuldrechtlich) entstanden sind. Diese Regelung gilt zwar theoretisch nur für Sozialleistungen, ist aber nach ständiger Rechtsprechung des Bundessozialgerichts auch auf die Vergütungsforderungen der Leistungserbringer anzuwenden (BSG Az. 21.04.15, B 1 KR 11/15 R).

Gründe, wonach die Verjährung gehemmt und die Frist damit verlängert sein könnte (§ 45 Abs. 2 oder Abs. 3 SGB I), sahen die entscheidenden Richter in dem verhandelten Fall nicht. Mit einem gerichtlichen Mahnbescheid, vor Ablauf der Frist verschickt, hätte sich die Hebamme diesen Ausgang ersparen können.

Auch wenn es manchmal schwer fällt und man das Verhältnis zum Patienten nicht belasten will: Ärzte sollten Ihre Forderungen  genau im Auge behalten und frühzeitig Mahnbescheide erlassen um einer Verjährung ihrer Forderungen entgegen zu treten.

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Dennis Janz

Dennis Janz

Herr Steuerberater Dennis Janz LL.M., ist Fachberater im ambulanten Gesundheitswesen (IHK) und spezialisiert auf die Beratung und Betreuung ärztlicher Mandate aller Fachrichtungen im steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Er veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Fachaufsätze und Kommentare zur aktuellen Rechtsprechung und Gesetzesänderungen sowie zu aktuellen Rechtsfragen rund um das ärztliche Mandat.

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