PKV-Tarife

PKV: Patienten verzweifeln an privaten Policen

Die PKV wird immer teurer. Ein Tarifwechsel könnte viel Geld sparen, doch manche Versicherer blocken. Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht hinhalten, falsch informieren und auch nicht verängstigen.

Der Ärger beginnt mit einer harmlosen Anfrage. Dr. B’s Monatsbeitrag stieg zu Jahresbeginn auf über 600 Euro. Er schreibt seiner Versicherung, man möge ihm bei möglichst gleichbleibenden Leistungen einen günstigeren Tarif anbieten. Vor allem das Einzelzimmer in der Klinik will er gern behalten. Wie jeder Privatversicherte hat Dr. B. Anspruch auf solche Änderungen. Paragraf 204 Versicherungsvertragsgesetz garantiert das. Doch so einfach, wie Dr. B. sich das gedacht hatte, kommt es nicht: „Mein Krankenversicherer bot mir nur Tarife mit weniger Leistungen an und drohte mir dann auch noch mit einer Gesundheitsprüfung! Die kann die Beiträge noch mal verteuern, wenn neue Gesundheitsrisiken festgestellt werden. Dr. B. bohrt dennoch nach. „Für einen erheblich niedrigeren Beitrag kann kein Tarif ohne jegliche Leistungseinschränkung angeboten werden“, speist man ihn dann ab. Klingt einleuchtend, ist aber dennoch falsch. Ein Versicherungsmakler entdeckt beim gleichen Versicherer nämlich einen Tarif, der B‘s Wünschen entspricht, nur minimalste Leistungskürzung beschert, doch nur knapp 230 Euro monatlich kostet. Ersparnis: rund 370 Euro pro Monat.

Selbst wenn Kunden etwa einen Leistungsausschluss beantragen, sind sie noch längst nicht am Ziel. So bekommen solche Kunden nach entsprechendem Antrag etwa solche oder so ähnliche Schreiben: „Diese Vereinbarung erfolgt auf meinen ausdrücklichen Wunsch. Mir ist bewusst, dass ich durch den gewünschten Teil-Leistungsausschluss auf Versicherungsleistungen verzichte, die zu einem späteren Zeitpunkt wichtig sein können. Gegebenenfalls erhebliche verbleibende Kosten sind von mir selbst zu tragen.“ Schreiben wie diese haben vor allem ein Ziel: Angst zu machen und vom Tarif-Wechsel abzuhalten. Nur der Experte überblickt, dass es ja gar keine Nachteile gibt, wenn man Leistungen ausschließt, die auch im alten Tarif nicht enthalten waren.

A&W-DOKU

ARZT & WIRTSCHAFT liegen …
… dutzende Fallbeispiele vor, in denen Versicherte beim Tarifwechsel behindert wurden. Die beliebtesten Strategien dabei:

  • Anfragen zu Tarifwechseln werden gar nicht oder erst Monate später beantwortet. Die Kunden werden immer wieder hingehalten.
  • Es werden falsche Auskünfte gegeben – etwa dass es keinen gleichwertigen Versicherungsschutz für weniger Geld gebe – oder, dass Altversicherten die neuen Tarife nicht zur Verfügung stünden oder wegen Vorerkrankungen ein Wechsel nicht möglich sei.
  • Interessante Tarife werden auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht angeboten.
  • Es wird verschwiegen, dass Versicherte bei einem Wechsel in einen besseren Tarif einen Leistungsausschluss vereinbaren können. Im Klartext: Der Kunde kann auf Extras, die er bisher auch nicht hat, verzichten und so Geld sparen.
  • Zur Abschreckung werden horrende Risikozuschläge bereits in die Tarifangebote einberechnet – ohne darauf hinzuweisen, dass der Kunde auf die entsprechenden Leistungen auch verzichten kann. Den Grundpreis bekommen viele dadurch gar nicht zu sehen – dadurch erscheinen eigentlich attraktive Tarife viel zu teuer.
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