Wichtige Tipps für Ihre Patienten

Patientin hat jedes Jahr Anspruch auf neue Echthaarperücke

Wer aus gesundheitlichen Gründen seine Kopfhaare verliert, leidet sehr darunter. Perücken können das Leid lindern, sind in guter Qualität aber leider nicht billig. Hausärzte können betroffenen Patienten wichtige Informationen zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse für eine Echthaarperücke geben. Dazu gehört auch ein neues Urteil.

(dpa/tmn) Haarausfall kann viele Gründe haben, leider ist er in manchen Fällen auch dauerhaft. Betroffene Patienten leider sehr darunter. Linderung kann hier das Tragen einer Perücke bringen. Allerdings ist das Zweithaar meistens nicht ganz billig. Viele Patienten machen sich zusätzliche Sorgen wegen der anfallenden Kosten. Ärzte können sie mit wichtigen Informationen unterstützen: Leidet eine Frau unter totalem Haarausfall, hat sie nämlich Anspruch auf eine Echthaarperücke. Die Krankenkasse muss in der Regel die Kosten hierfür übernehmen, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV). Wie ein Gericht jetzt bestätigt hat, besteht der Anspruch sogar jedes Jahr aufs Neue.

Gericht verpflichtet Kasse zur Zahlung

Folgender Fall führte zu der Entscheidung des Sozialgerichts Koblenz (Az.: S 9 KR 706 50/15, S 9 KR 920/16): Geklagt hatte eine Frau, die unter totalem Haarausfall leidet. Die Krankenversicherung hatte ihr die Kostenübernahme für eine Echthaarperücke zugestanden. In den Folgejahren kaufte sie jeweils neuen Haarersatz und verlangte von der Krankenkasse auch dafür die Kostenübernahme. Die lehnte ab mit dem Argument, die Perücke müsse mehrere Jahre halten. Notfalls könne die Frau sie auch aufarbeiten lassen.

Das Urteil: Das Gericht verpflichtete die Krankenkasse, die Kosten für eine Perücke pro Jahr zu übernehmen. Eine jährliche Beschaffung sei gerechtfertigt. Selbst nach einer Reparatur, die etwa acht bis zwölf Wochen dauern würde, sei die Perücke nur noch eingeschränkt benutzbar – etwa beim Sport, um die neue Perücke zu schonen. Als dauerhafte Lösung seien reparierte Perücken nicht brauchbar. Der Frau sei es auch nicht zuzumuten, während des Zeitraums einer Reparatur die Haarlosigkeit durch Tragen eines Kopftuches zu kaschieren.

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