Praxisführung

Pleite trotz Gewinn, Liquidität trotz Verlust

Ein Klassiker des Rechnungswesens! Warum erzielen Praxen hohe Gewinne und schlittern dennoch in die Insolvenz? Warum machen andere Verluste, bleiben aber dennoch liquide? Wir geben Antworten.

Insolvent trotz Gewinn, trotz Verlust liquide – das gibt’s. Um das zu verstehen, muss man wenige Begriffe kennen:

  • Geschäftsvorfall – Ausgangspunkt des Rechnungswesens sind immer Geschäftsvorfälle, also Ereignisse, welche die Vermögenssituation verändern. Geschäftsvorfälle können (müssen aber nicht!) Auswirkungen auf Erfolg und Liquidität haben.
  • Erfolg – Oberbegriff für Gewinn oder Verlust. Erfolgswirksam sind Geschäftsvorfälle, wenn die Praxis dadurch reicher oder ärmer wird.
  • Liquidität – Sie ist der Bestand an Geldmitteln („flüssige Mittel“), mit denen man seine Rechnungen bezahlen kann. Liquiditätswirksam sind Geschäftsvorfälle, wenn sie einen Geldzu- oder -abfluss bewirken.

Aus diesen Unterscheidungen erklärt sich das Problem der Praxen, die trotz Gewinne insolvent werden: Viele Geschäftsvorfälle bewirken nämlich Wertzuwachs, ohne dass deshalb Geld fließt. Umgekehrt lösen viele Geschäftsvorfälle Geldzuflüsse aus, ohne Wertzuwachs zu erzielen. Beispiel Kreditaufnahme. Sie beschert Geld, das aber kein Gewinn ist, weil sich ja gleichzeitig die Schulden an die Bank erhöhen. Auch gibt es Geschäftsvorfälle, die zwar Gewinn machen, aber keinen Geldzufluss bescheren. Dann droht trotz Gewinnen Zahlungsunfähigkeit. Beispiel: Ein Unternehmen mit doppelter Buchführung stellt eine Rechnung, die der Kunde mit Zahlungsziel begleichen darf. Dieser Geschäftsvorfall erhöht den Gewinn, obwohl noch kein Cent geflossen ist? Also nicht nur „mehr Geld“ bewirkt Wertzuwachs, sondern auch „mehr Forderungen“. Im Extremfall hat man viele solcher ausstehen- der Rechnungen, kann man aber dennoch fällige Rechnungen nicht begleichen.

Dies zu verhindern, hilft separate Liquiditätsplanung. Sie bedient sich der Buchhaltung, ergänzt sie aber um geplante Geldzu- und -abflüsse. Wichtig für Niedergelassene: Liquiditätsplanung lässt sich auch ohne Doppelte Buchführung betreiben, indem man bei den liquiden Mitteln für jeden Beleg notiert, ob und wann er Zahlungsvorgänge auslöst und welche zukünftigen Zahlungsvorgänge außerdem zu erwarten sind. Je nachdem, ob man dies tagesgenau, wochengenau oder auf den Monat berechnet, kann man dann rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten, wenn Engpässe auf dem Konto drohen. Banken wissen solch eine Vorschau sehr zu schätzen.

A&W-TIPP

Weil Liquiditätsplanung …
… unabhängig von den zu erwartenden buchmäßigen Gewinnen oder Verlusten erstellt wird und sie sich stattdessen ausschließlich an den Geldströmen orientiert, verhindert man mit ihrer Hilfe Liquiditätsprobleme, die sich aus dem Auseinanderfallen von Erfolgs- und Liquiditätswirkung ergeben können. Damit sichert man erfolgreich beides: Gewinn und Liquidität.

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