Neuer Trend kann teuer werden

«Pokémon-Go»: Bei Unfällen zahlt die Versicherung

So machner Arzt wundert sich derzeit über seine Teenager: die Kids sind plötzlich ständig an der frischen Luft. Es ist allerdings nicht die Freude an der Natur, sondern das Spiel «Pokémon Go», das sie lockt. Sie laufen mit dem Smartphone vor der Nase herum, gerne auch mal durch Blumenbeet des Nachbarn. Und wer zahlt dann den Schaden?

Das Spiel «Pokémon Go» sorgt derzeit für viel Aufsehen. Mit dem Smartphone begeben sich Gamer in ihrer realen Umgebung auf die Jagd nach virtuellen Monstern. Dabei achten sie allerdings nicht auf die Umgebung, sondern nur auf den Ausschnitt, der sich in ihrem Smartphone zeigt. Nicht ganz ungefährlich, wenn man andere Passanten, parkende Autos u.ä. übersieht. Auch wenn das nicht gleich einen schweren Unfall zur Folge haben muss, auch Sachschäden können eine Menge Ärger mit sich bringen. Doch wer kommt für den Schaden auf, wenn bei dem Vergnügen auf der Straße etwas passiert?

Der «Pokémon Go»-Hype ruft die schlimmsten Befürchtungen hervor: Laufen Horden von Pokémon-Trainern nun mit dem Smartphone vor der Nase gegen ein Auto? Oder zertrampeln sie auf der Suche nach kleinen Monstern das Blumenbeet der Nachbarn? Mittlerweile häufen sich entsprechende Beispiele für gefährliche Situationen: Zuletzt stürzten zwei Spieler von einer Klippe, weil sie beim Spiel nicht auf die Umgebung geachtet hatten. Andere wurden mit Eiern und Wasserbomben beworfen, weil sich Anwohner von ihrer Anwesenheit belästigt fühlten. Und wer zahlt für die Schäden?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erklärt:

Verletzungen durchs Spielen: Wenn ein schwerer Unfall zu gesundheitlichen oder finanziellen Folgen führt, greift die private Unfallversicherung. In der Regel sei man auch beim Spielen auf dem Smartphone versichert, erläutert der GDV. Es spiele auch grundsätzlich keine Rolle, ob man beim Spielen leichtsinnig oder gar leicht oder grob fahrlässig gehandelt habe.

Es gibt aber noch die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Autofahrers, der einen Spieler erfasst. Grundsätzlich zahlt diese bei einem Verkehrsunfall mit einem Fußgänger. Doch: Ist dieser etwa geistesabwesend und ins Spiel versunken über die Straße gegangen, kann er unter Umständen eine Mitschuld am Unfall tragen – was die Leistungen mindern würde.

Schäden durchs Spielen: Wer ins Spiel versunken einen Schaden verursacht – ob aus Leichtsinn, Missgeschick oder Vergesslichkeit – ist durch eine private Haftpflichtversicherung abgesichert. Sie greift aber nicht, wenn der Schaden vorsätzlich angerichtet wird.

 

Anzeige

Mehr Freiraum für Patientengespräche

Abrechnungen, Patientendaten, Termine und Rezepte: Ärzte beschäftigen sich täglich bis zu drei Stunden mit der Dokumentation ihrer Arbeit, mit dem Ausfüllen von Formularen und anderen administrati... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Berufsunfähigkeit

Spezielle Versicherung für Ärzte



Urteil

Versicherung haftet für Kostenzusage



Berufliche Nutzung

Smartphone für Dienstzwecke steuerlich absetzbar


Anzeige