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Top-Regeln der Mitarbeiterführung: Im Team kriselt’s? Das können Sie tun

von Marzena Sicking

Praxisteam
Foto: Dmco - stock.adobe.com

Wenn es im Team kriselt oder die Mitarbeiter unzufrieden sind, nützen die besten Organisationsabläufe nichts – die Arbeit leidet. Praxis- und Klinikchefs können vorbeugen, indem sie auf die richtige Balance zwischen Nahbarkeit und Grenzen achten.

Abläufe in Praxis und Klinik können noch so reibungslos geplant sein – der Faktor Mensch funkt dazwischen, wenn es im Zwischenmenschlichen knirscht. Gerade in Krisenzeiten kommt es aber darauf an, dass die Angestellten gut zusammenarbeiten und einander unterstützen. Doch wie hält man ein Team erfolgreich zusammen?

Warum Vorgesetzte häufiger mit Mitarbeitern sprechen sollten

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, sagte der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Das bedeutet: Auch wer schweigt, sendet Botschaften. So wirkt ein Chef, der sich zurückzieht oder kaum redet, oft verunsichernd auf sein Umfeld. Es mag simpel klingen, aber regelmäßige Gespräche und selbst der kleine Plausch zwischendurch, signalisieren den Mitarbeitern, dass sie wahrgenommen und geschätzt werden – und vor allem, dass der oder die Vorgesetzte auch für sie ansprechbar ist. Tun Sie das nicht, wird trotzdem geredet. Dann allerdings über Sie und nicht mit Ihnen.

Nutzen Sie die Chance und holen Sie die Meinung Ihrer Mitarbeiter so oft wie möglich ein. Dies gilt ganz besonders vor Entscheidungen, die die Arbeitsplätze Ihres Teams betreffen. So können Sie mehr Perspektiven abwägen und werden vielleicht auf etwas aufmerksam, dass Ihnen sonst entgangen wäre. Ihre Angestellten werden Ihr Vertrauen zu schätzen wissen und mit Sorgfalt antworten. Und sie haben sicher auch den besseren Überblick über die Abläufe in Ihrer Praxis oder der Klinik-Abteilung.

Die Persönlichkeit des Mitarbeiters wertschätzen

Wertschätzen Sie gute Arbeit, ohne zu übertreiben. Nicht jede ausgeführte Tätigkeit muss gelobt werden, doch gelegentliche Gesten der Anerkennung und des Danks prägen sich ein und motivieren. Außerdem verbessert gelebte Wertschätzung nachweislich die Stimmung im Team.

Egal, wie stressig der Arbeitsalltag ist: Auch Ihre Mitarbeiter sind Menschen und haben als solche Umstände und Befindlichkeiten. Nehmen Sie sich immer mal wieder bewusst Zeit für persönliche Gespräche, bei denen es nicht nur um den Job geht, sondern um das Befinden des Mitarbeiters. Machen Sie sich anschließend Notizen. Fragen Sie ein paar Tage oder Wochen später, wie es der Person jetzt mit dem geht, was sie zu diesem Zeitpunkt beschäftigt hat.

Chefs haben wirklich eine Vorbildfunktion

„Der Fisch stinkt vom Kopf her“, an dem Spruch ist beim Thema Teamführung was dran. Deshalb: Was auch immer Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten, sollte von Ihnen gelebt werden: Zuverlässigkeit, Aufmerksamkeit, Höflichkeit. Der Ton des Chefs ist der Taktgeber für die Musik in der Praxis.

So kommt Konsequenz positiv an

Das alles bedeutet aber nicht, dass Sie keine Kritik üben oder ihre Mitarbeiter immer nur mit Lob überschütten sollen. Es gibt Momente, da ist kein Raum für Diskussionen und es bedarf einer knackigen Ansage. Sofern sich Fordern und Fördern bei gleichzeitigem Grundvertrauen die Waage halten, bleibt Ihnen auch nach Kritik die Loyalität gewiss.

Warum Chefs sich nicht überall einmischen sollten

Nichts nimmt der Eigeninitiative den Wind so aus den Segeln, wie das Mikromanagen eines Chefs. Eine Aufgabe wird zwar erst delegiert, dann wird aber doch wieder hineingegrätscht. So etwas fördert die Passivität Ihres Teams — und Sie bekommen immer mehr das Gefühl, „alles selbst machen zu müssen“. Kommunizieren Sie stattdessen klare Leistungsvorgaben und Entscheidungsrahmen. Unterstützen Sie Mitarbeiter bei der Lösungsfindung von Problemen. Das wirkt zunächst zeitaufwendig, spart Ihnen aber auf lange Sicht umso mehr Zeit.

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Author's imageIlias TsimpoulisChief Medical Officer bei Doctolib
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