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Präventions-Services fest in den Praxisalltag integrieren


Kalender mit Eintrag zur Vorsorgeuntersuchung

Aus Angst vor einer Corona-Ansteckung nehmen weniger Menschen ärztliche Früherkennungs- und Vorsorgeleistungen in Anspruch. Dabei lohnen sie sich. Wer Präventions-Services anbietet, tut nicht nur etwas für das Patientenwohl, sondern hat auch selbst einen wirtschaftlichen Nutzen davon.

In der Coronapandemie sind die medizinischen Vorsorgeuntersuchungen mancherorts in Deutschland deutlich zurückgegangen. Vor allem in den ersten Wellen haben gesetzlich Versicherte laut Studien seltener für die Früherkennung bestimmter Krankheiten und für systematische Gesundheit-Check-ups eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht – vor allem aus Sorge vor einer SARS-CoV-2-Infektion.

Dabei können die Präventionsmaßnahmen einen Beitrag dazu leisten, Therapie- und Heilungschancen zu verbessern. Niedergelassene sollten ihre Patienten daher an entsprechende Termine erinnern und Präventions-Services in den Praxisalltag integrieren. Eine gezielte Ansprache sorgt nicht nur für eine langfristige Bindung der Betreffenden, sondern lohnt sich auch für die Ärztinnen und Ärzte: Denn Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen werden zu Festpreisen ohne Mengenbegrenzung vergütet.

KBV empfiehlt Recall-Management

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gibt Tipps für ein professionelles Recall-Management. Es soll Patienten mithilfe von EDV-Programmen an die fälligen Impfauffrischungen, Gesundheitskontrollen und wiederkehrende Untersuchungen erinnern. Sie rät, sich zunächst zu informieren, welches Spektrum solcher Leistungen für die jeweilige Fachrichtung und eigene Praxis sinnvoll ist, welche Qualifikationen und Genehmigungen dafür nötig sind und ob es gegebenenfalls zusätzliche Vereinbarungen mit regionalen Krankenkassen gibt.

Beachten sollten Praxisinhaberinnen und -inhaber jedoch, dass für die Durchführung und Abrechnung bestimmter Untersuchungen – etwa von Hautkrebs-Screenings – eine spezielle Genehmigung ihrer zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung erforderlich ist.

Einverständniserklärung ist wichtig

Wie organisiert man das Recall-Management am besten und setzt es um? Am Anfang steht die Entscheidung für den effizientesten Weg, alle zu erreichen. Schriftlich per E-Mail, SMS, Brief oder sogar telefonisch. In modernen Praxisverwaltungssystemen sind meistens Funktionen integriert, die unterstützen. Zum Beispiel, indem sie beim Aufruf eines Patienten den Bedarf für eine erneute Vorsorge- oder Früherkennungsuntersuchung anzeigen.

Bei der Kontaktaufnahme ist nicht nur ein serviceorientierter und freundlicher Ton zu beachten, sondern auch der Schutz der personenbezogenen Daten. Wichtig ist zudem, dass die Betreffenden sich per Unterschrift einverstanden erklärt haben, dass Sie an notwendige Untersuchungen oder Impfungen erinnert und in die Praxis einbestellt werden. Die KBV stellt dafür einen Mustertext auf ihrer Homepage unter dem Thema Präventionsinitiative und im Safe-Net-Portal zur Verfügung.

Empfehlenswert sind außerdem die Anpassung des Sprechzeiten- und Terminmanagements: Finden Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen etwa stets an einem bestimmten Nachmittag oder Abend in der Woche statt, können auch Berufstätige diese Angebote wahrnehmen.

 

Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen
Tipps für eine rege Teilnahme der Patientinnen und Patienten

  • Nutzen Sie möglichst jeden Arzt-Patienten-Kontakt zur aktiven Ansprache.
  • Beziehen Sie Ihr Praxispersonal ein. Schaffen Sie gegebenenfalls Anreizsysteme – etwa durch Prämien –, um die Motivation der Angestellten zu erhöhen, die Patienten gezielt auf mögliche Früherkennungsuntersuchungen anzusprechen und auf die Einhaltung von Kontrollterminen zu achten.
  • Legen Sie entsprechende Informationsmaterialien und Broschüren wie den Flyer „Der Vorsorge-Checker“ (auch über KV-SafeNet als Kopiervorlage abrufbar) im Wartezimmer aus.
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