Zum Drucken hier klicken!

- ARZT & WIRTSCHAFT - https://www.arzt-wirtschaft.de -

Negative Bewertungen kosten Patienten – das können Sie dagegen tun


Mehr als 70 Prozent der Patienten verlassen sich bei der Arztsuche inzwischen auf das Internet. Daher ist ein repräsentativer Online-Auftritt heute wichtig. Aber was, wenn die Praxis in einem Arztbewertungsportal verrissen wird? Dagegen kann sich der betroffene Arzt wehren.

Vermutlich kennen inzwischen alle Ärzte die Arztbewertungsplattform Jameda oder andere damit vergleichbare Portale. Eines haben die Angebote im Internet alle gemeinsam: nahezu alle wirken sich massiv auf die Entscheidungsfindung potentieller Patienten bei der Arztsuche aus. Die meisten Menschen suchen heute nämlich nicht nur nach neutralen Informationen, sondern ganz besonders nach persönlichen Meinungen und Erfahrungen. Das bedeutet aber auch: Eine negative Arztbewertung in einem bekannten Portal wirkt sich auch auf ihren wirtschaftlichen Erfolg aus.

Das Problem: Vom Nutzer wird nicht unterschieden, ob die Arztbewertung wirklich gerechtfertigt ist, oder ob es sich um böswillige Äußerungen handelt. Im Gegenteil: Meist wird davon ausgegangen, dass der Betreiber des Portals die Information schon geprüft hat, bevor sie veröffentlicht wurde. Und so wird der potentielle Patient aufgrund der negativen Einträge im Arztbewertungsportal und den schlechten Noten oft einen anderen Arzt aufsuchen. Derartige Bewertungsportale zu kontrollieren, gegen Beleidigungen und unwahre Äußerungen vorzugehen, ist für die Außenwirkung Ihrer Praxis also wichtig.

Der BGH nimmt Jamenda und Co. in die Pflicht

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat einerseits klargestellt, dass ein Arzt gegenüber Arztbewertungsportalen bzw. deren Anbietern keinen Anspruch auf Löschung seiner Kontaktdaten von der Plattform hat, um damit eine Bewertung seiner ärztlichen Tätigkeit vollständig zu verhindern. Andererseits erkannteder BGH aber an, dass negative Bewertungen einen erheblichen Eingriff in die Rechte des Arztes darstellen und zu beruflichen und wirtschaftlichen Nachteilen führen können. Dennoch bestehe ein großes öffentliches Interesse daran, dass ein Arzt bzw. seine Behandlung im Internet bewertet werden kann. Arztbewertungsportal würden Patienten dabei helfen, ihr Recht auf freie Arztwahl adäquat wahrzunehmen.

Rechtliche Schritte

Trotz dieser Rechtsprechung ist man als Arzt negativen Einträgen nicht schutzlos ausgeliefert. Ein Arzt muss sich weder beleidigen noch unwahre Tatsachenbehauptungen über sich bzw. seine Behandlung im Netz verbreiten lassen. Gegen eine falsche Arztbewertung stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Der Einfluss von Bewertungsportalen auf Ihren ärztlichen Ruf ist unbestritten. Oft wird dieser allein durch zwei, drei negative Eintragungen beeinträchtigt. Liegt eine unzulässige Meinungsäußerung oder unwahre Behauptung vor, können Sie sich dagegen rechtlich wehren und diese Einträge löschen lassen.

Nadine Arbasowsky, Rechtsanwältin bei ETL
Lüdemann, Wildfeuer und Partnern

Anzeige

4 Tipps zur Steigerung der Praxis-Profitabilität

Nicht lockerlassen, wenn es darum geht, Bestandspatient:innen zu aktivieren sowie die richtigen Patient:innen für Ihre Praxis zu begeistern! Das sollten sich alle Ärzt:innen bewusst machen. Im neuen... Mehr
Ilias TsimpoulisChief Medical Officer bei Doctolib