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Praxisübernahme durch Klinikverbund: „Für mich war das der beste Weg“


Arzt mit Figuren

Der ATOS-Verbund bietet sich Orthopäden, die ihre Praxisnachfolge regeln wollen, als Partner an. Zum Angebot gehören u.a. Optionen wie die weitere Beschäftigung in der Praxis sowie Entlastung bei Administration, Personal und Einkauf. Dr. med. Günter Rosbach, Sektion Gelenkchirurgie am DRK in Dietz/Lahn, ist erfolgreich eine ensprechende Kooperation mit dem ATOS-Verbund eingegangen. Er berichtet im folgenden Interview über seine Erfahrungen.

Herr Dr. Rosbach, können Sie uns einen kurzen Überblick über Ihren Werdegang geben?

Dr. Rosbach: Einen wesentlichen Schritt meiner ärztlichen Laufbahn vollzog ich, als ich mich 1994 als Oberarzt an der Orthopädischen Uniklinik Friedrichsheim in Frankfurt/Main dazu entschloss, eine Belegabteilung aufzubauen. Umgesetzt habe ich dies, indem ich eine Praxis übernommen und eine Belegabteilung für Orthopädie am damaligen DRK-Krankenhaus Diez eröffnete. Nach Aufgabe der Belegarzttätigkeit fungierte ich von 2008 bis 2012 aus meiner eigenen Praxis heraus als Konsiliararzt am DRK-Krankenhaus Diez. Danach kam dann noch zusätzlich zu meiner ambulanten vertragsärztlichen Tätigkeit aus meiner eigenen Praxis heraus die Berufung zum leitenden Arzt der Sektion Gelenkchirurgie.

Die Statistiken zeigen, dass der Großteil der Niedergelassenen Probleme damit hat, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Wie war das bei Ihnen?

Dr. Rosbach: Wenn man langsam auf die 65 Jahre zugeht, und das war bei mir im Dezember 2020 der Fall, macht man sich Gedanken wie es weitergehen soll – mit der eigenen Berufstätigkeit und der eigenen Praxis. Ganz besonders, wenn man etwas aufgebaut hat, das auch weitergeführt werden soll. Ich sondierte verschiedene Optionen mit einer Übernahme durch einen oder mehrere Kollegen, die sich letztlich aufgrund der Größe der Praxis und dem damit verbundenen finanziellen Volumen als nicht gangbar erwiesen.

Dr. med. Günter Rosbach, Sektion Gelenkchirurgie am DRK in Dietz/Lahn. Foto: privat

Sie haben sich gegen einen Praxisverkauf und für eine Kooperation mit den ATOS-Kliniken entschieden. Wie genau muss man sich dieses Konzept vorstellen?

Dr. Rosbach: Für mich war die Übernahme durch eine Klink und Eingliederung in ein MVZ, mit den ATOS-Kliniken, der beste Weg. Man muss wissen, dass der Verkauf bzw. die Eingliederung in ein MVZ im Kassenarztrecht zwei verschiedene Herangehensweisen darstellen. Der Verkauf einer Praxis erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung, die immer ein Mitspracherecht hat. Nach Ausschreibung der Praxis können sich auch Kollegen bewerben, die aus KV-Sicht qualifizierter sind, jedoch nicht das finanzielle Volumen stemmen wollen/können. Dann bleibt dem Praxisinhaber nur die Rücknahme des Antrags auf Verkauf. Natürlich ist das nicht zielführend. Bei der Übernahme durch eine Klink, wie etwa in meinem Fall die ATOS-Kliniken, wird die Praxis verkauft, der ehemalige Inhaber bleibt jedoch im Angestelltenverhältnis für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren tätig und verzichtet zugunsten des MVZ, in meinem Fall die ATOS-Kliniken, auf seinen Sitz. Dies bedeutet für mich, dass die Praxis am Standort bleibt und in der Art und Weise weiter geführt wird wie bisher, sodass auch für die Patienten keine Änderungen wahrnehmbar sind.

Sie sind nach wie vor in Ihrer Praxis tätig, allerdings nur noch als angestellter Arzt und nicht mehr als Praxisinhaber. Welche Vorteile bietet Ihnen diese Konstellation?

Dr. Rosbach: Der Vorteil für mich bestand darin, dass durch den Verbund mit der ATOS Orthopädischen Klinik Braunfels eine Klinik im Hintergrund steht, in der ich in gewohnter Weise die Implantation von Hüft- und Knie-Endoprothesen vornehmen kann, sodass auch der Charakter meiner Praxis, die sehr stark operativ orientiert ist, erhalten bleibt. Die Abwicklung des Personalwesens liegt nun nicht mehr auf meinen Schultern, was sicher ein Vorteil ist. In Personalplanung und -einsatz bin ich weiter verantwortlich eingebunden. Weggefallen sind die täglichen morgendlichen Visiten meiner stationär betreuten Patienten, die in der orthopädischen Klinik Braunfels gut versorgt sind. ATOS wertschätzt auch die optimale Organisation meiner Praxis. Ich habe deshalb weiterhin sehr viel Entscheidungsfreiheit in meinem täglichen Einsatz und kann keine Nachteile des ATOS-Konzeptes erkennen.

Können Sie schildern, wie genau die Übergabe der Praxis ablief und wie aufwendig die Vorbereitung war?

Dr. Rosbach: Hierzu waren natürlich zunächst Gespräche über das Interesse von ATOS an einer Übernahme notwendig. Zu verhandeln waren die Konditionen bezüglich des Verkaufspreises der Praxis und der Bezahlung meiner Tätigkeit in angestellter Funktion. Einzugliedern war die operative Tätigkeit in der ATOS Orthopädischen Klinik Braunfels. Hier wurde auch meiner Bitte, die Knie-Implantate der Firma Smith Nephew zu übernehmen, entsprochen. Für meine Patienten fand deshalb auch bei den Implantaten im Knie-Endoprothetik-Sektor kein Wechsel statt. Natürlich gab es diverse Gespräche zwischen den Medizinrechtsexperten bei ATOS und mir.

Würden Sie den gleichen Weg nochmals beschreiten?

Dr. Rosbach: Die Fragekann ich klar mit „ja“ beantworten, da sich in den letzten Jahren abgezeichnet hatte, dass dies der vermutlich einzig gangbare und sinnvolle Weg sein würde. Die Frage war nur, welche Klinik bzw. Gesellschaft zur entsprechenden Übernahme und den entsprechenden Konditionen bereit war, die eine weitere Tätigkeit von mir in der gewohnten Weise ermöglichen würde. Hier bin ich bei ATOS auf offene Ohren gestoßen.

Für welche Kollegen ist die Kooperation mit ATOS Ihrer Meinung nach besonders geeignet?

Dr. Rosbach: Die Frage, ist nicht so einfach zu beantworten. Generell kann natürlich jeder niedergelassene Orthopäde diesen Weg beschreiten. Eine operative Tätigkeit, wie in meinem Falle, die mit einer Anbindung an eine Klinik erfolgt, ist sicherlich eine sehr interessante Möglichkeit, zumal hier ein hoher qualitativer Standard im Sinne des Patienten erhalten wird. Die vom Staat gewünschte integrierte Versorgung, die ich ja als Belegarzt von Anfang an betrieben habe, später dann als Konsiliararzt und zum Schluss als leitender Arzt der Sektion Gelenkchirurgie, stellt für den Patienten die bestmögliche Versorgung dar. Da sowohl Erstuntersuchung, Indikationsstellung, Operation, Nachsorge und auf lange Sicht hinaus eine gute Betreuung für den Patienten gewährleistet ist. Für den Arzt selbst ist diese Kombination auch abwechslungsreicher und interessanter als eine Tätigkeit in einer Praxis, die am Montagmorgen beginnt und am Freitagnachmittag endet.

Weitere Informationen unter: https://atos-orthocare.com/praxisnachfolge/

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