Niederlassung

Praxisgründung – lohnt sich das noch?

Praxisgründung – lohnt sich das noch? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Verschiedene Faktoren spielen bei der Praxisgründung eine wichtige Rolle. Aber das A und O ist eine gute Planung. In diesem Beitrag erfahren Sie, was bei der Planung zu beachten ist, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Modelle es gibt.

Spielen Sie mit dem Gedanken sich niederzulassen, dann ist eine gründliche Vorbereitung das oberste Gebot. Zuerst sollten Sie wissen, ob Sie sich alleine niederlassen oder mit anderen Kollegen eine Praxis aufbauen wollen. Dabei sollten Sie sich auch die potenziellen Regionen anschauen, die für Sie in Frage kommen. Auch das Leistungsspektrum, das Sie anbieten, muss wohl überlegt sein. Daraus ergibt sich das Konzept für Ihre Praxisgründung.

Gründung oder Übernahme einer eigenen Praxis

Haben Sie sich für eine Einzelpraxis entschieden, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder Sie übernehmen eine bereits bestehende Praxis mit Inventar und Patientenstamm oder Sie gründen eigenständig eine. Der durchschnittliche Übernahmepreis bei einer Praxis liegt bei circa 80.000 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für Modernisierungen und medizinische Geräte. So beläuft sich das gesamte Finanzierungsvolumen auf knapp 150.000 Euro.

Bei einer Praxisneugründung sehen die Zahlen ganz ähnlich aus. Hier sind es rund 147.000 Euro. Zu berücksichtigen ist, dass die Zahlen je nach Standort variieren können. Wichtig: Bei der Praxisgründung ist in der Regel kein Eigenkapital erforderlich, da die Finanzierung komplett mit Kreditmitteln und teilweisen Förderungen, speziell für Ärzte, finanziert werden kann.

Vorteile Praxisübernahme und Praxisneugründung

Ein großer Pluspunkt bei der Übernahme einer Praxis ist, dass Sie von der vorhandenen Einrichtung und dem bestehenden Patientenstamm profitieren. Zudem haben Sie die Möglichkeit, je nach Zustand der Praxis Modernisierungen zu verschieben. Hier gibt es, im Vergleich zur Neugründung, Erfahrungswerte von Ihrem Vorgänger, die das wirtschaftliche Risiko stark reduzieren.

Der Vorteil bei einer Neugründung ist der breitgefächerte Gestaltungsspielraum. Dieser reicht von der Ausstattung über die Patientenzielgruppe bis hin zur Wahl des Standortes. Im Schnitt sind Praxisneugründungen günstiger, allerdings wird diese Variante seltener von Ärzten gewählt. 2016 waren es nur 5% der Ärzte, die eine neue Praxis gegründet haben.

Gemeinsame Niederlassung

Wenn Sie sich lieber mit Kollegen zusammen niederlassen wollen, gibt es noch die Möglichkeit der gemeinsamen Praxisgründung. Entweder kaufen Sie sich hier in eine ärztliche Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ein oder gründen selbst eine. Beim Einkaufen in eine bestehende Berufsausübungsgemeinschaft, müssen Sie die Anteile von einem ausscheidenden BAG-Mitglied kaufen oder Sie übernehmen eine bestehende BAG. In beiden Beispielen liegt die Höhe der Investition bei durchschnittlich 128.000 Euro. Jeder dritte Arzt entscheidet sich für eine BAG.

Lohnen sich die Investitionen

Die Investitionen in die Selbstständigkeit lohnen sich durchaus. Nimmt man zum Beispiel einen Allgemeinarzt, der eine Einzelpraxis führt, dann nimmt dieser im Jahr durchschnittlich 319.000 Euro ein. Die Ausgaben belaufen sich auf knapp 46 Prozent. Davon ist der größte Kostenpunkt das Personal. Die Kosten liegen je nach Einkommen und Kapazität zwischen 25 Prozent und 29,2 Prozent. So bleiben als reiner Betrag für den niedergelassenen Allgemeinmediziner durchschnittlich 172.000 Euro im Jahr übrig. Fazit: Mit einer guten Planung und einem ausgereiften Konzept lohnt sich eine eigene Arztpraxis für Sie.

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