Druck auf Ärzte steigt

Praxiskosten zehren Umsatz auf

Die Praxiskosten zehren in einer Allgemeinarztpraxis durchschnittlich mehr als die Hälfte des Umsatzes auf. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in seiner Kostenstrukturanalyse für das Jahr 2003.

Die Einzelpraxen kommen auf einen Anteil von 52,8 Prozent und erreichen damit einen Rein-Ertrag von 104.000 Euro. Die Zahlen belegen deutlich, dass die Praxiskosten in einer allgemeinmedizinischen Gemeinschaftspraxis niedriger sind als bei den Einzelkämpfern. In der Hauptumsatzklasse mit Einnahmen unter 500.000 Euro betragen die Praxiskosten dort durchschnittlich 46,6 Prozent. Die Ergebnisse beziehen sich auf eine Stichprobe von 4.341 Arztpraxen in Deutschland. In die statistische Analyse sind die Daten von 1.076 Hausarztpraxen eingegangen. Davon sind 531 Allgemeinärzte in Einzelpraxen und 545 Allgemeinärzte in Gemeinschaftspraxen tätig. Für das individuelle „Praxisbenchmarking“ sind die Daten also durchaus geeignet.

Allgemeinärzte verdienen zu wenig

Die Allgemeinärzte rangieren nach wie vor am Ende der Einkommensskala aller Fachgruppen und zwar mit einem deutlichen Abstand zu den wichtigsten Facharztgruppen (siehe A&W-Tabelle). Die Hausärzte sind schon seit Jahren einer Zangenbewegung ausgesetzt. Auf der einen Seite kämpfen sie mit stagnierenden, in den letzten Jahren zunehmend sinkenden Umsätzen, auf der anderen Seite sind sie einem ungebremsten Anstieg der Praxiskosten ausgesetzt. Bei der Analyse der einzelnen Posten zeigt sich, dass die Personalkosten den größten Brocken ausmachen. In der Hauptumsatzklasse mit Einnahmen zwischen 125.000 und 500.000 Euro verschlingen Personal- und Betriebskosten mehr als die Hälfte des Umsatzes, und zwar 51,5 Prozent. Darüber hinaus gibt es weitere Kostenfaktoren, die auf den Prüfstand gehören.

Igel-Umsatz noch zu niedrig

In der Hauptumsatzgruppe der Allgemeinärzte mit 457 ausgewerteten Praxen mit einem Umsatz zwischen 125.000 und 500.000 Euro erreichen die Vertragsärzte nur einen IGeLUmsatz von 14,1 Prozent in den Einzelpraxen und 12,4 Prozent in den Gemeinschaftspraxen. In der Diskussion über die Möglichkeit, aus dem GKV-System auszusteigen, sollte daher nicht vergessen werden, dass für die niedergelassenen Allgemeinärzte ein Umsatz von immerhin 84,1 Prozent beziehungsweise 86,1 Prozent zur Disposition steht, den sie mit ihren GKV-Patienten erwirtschaften.

 

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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