Praxisschutz

Schutz gegen Hochwasser: Mehr als eine Hausratversicherung für die Praxis

Die Bedeutung eines ausreichenden Praxisschutzes vor Hochwasser wurde letztmals 2013 dem Einen oder Anderen Praxisinhaber im Rahmen der außergewöhnlichen Überschwemmungsereignisse im Süden und Osten Deutschlands vor Augen geführt. Dies galt vor allem für Versicherungsnehmer, deren Policen keine Deckung für die Folgen derartiger Ereignisse vorhält.

Grundlagen der Versicherbarkeit wurden verfeinert

Schon seit 1994 ist es möglich, sich im Rahmen einer Elementarschadenversicherung gegen Überschwemmungen abzusichern. Die deutschen Versicherer haben dabei für die Einstufung der zu versichernden Risiken ein Zonierungssystem (ZÜRS) entwickelt. Seit 2001 besteht hierüber die Möglichkeit, Überschwemmungen von Flüssen und Gewässern und das damit einhergehende Ausmaß, in welchem Umfang welche Gebiete betroffen sein könnten, risikogerecht zu bewerten.

Mittlerweile wurden in dieses System über 20 Millionen Adresskoordinaten aufgenommen, die Überschwemmungsdaten von über 200 Wasserwirtschaftsämtern eingepflegt und rund 200.000 Fließgewässer integriert.

Mathematik hilft Risiken einzuschätzen

Über dieses System kann heute nahezu jeder Risikoort und damit nahezu jede Arztpraxis einer der vier Gefährdungsklassen (GK) zugeordnet werden. Die jeweilige Gefährdungsklasse gibt hierbei Auskunft, in welchem statistischen Mittel (Periode) ein Risikoort durch ein Hochwasser überschwemmt wird:

  • GK 4: statistisch einmal in 10 Jahren
  • GK 3: statistisch einmal in 10 – 50 Jahren
  • GK 2: statistisch einmal in 50 – 200 Jahren
  • GK 1: statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre

Von der Versicherungswirtschaft generell als versicherbar gelten hierbei die Gefährdungsklassen 1 – 3. Da jedoch nur etwa 2,3 Prozent der Gebäude in den Klassen 3 und 4 liegen (Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), kann für fast alle Arztpraxen ein entsprechender Versicherungsschutz angeboten werden.

Die Erfahrung lehrt – Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Die Überschwemmungsereignisse der letzten Jahre zeigen eindrücklich, dass auch Gebiete in den ZÜRS-Zonen 1 und 2 von Hochwassern gefährdet sind. So kam es beispielsweise im Jahr 2002 in manchen Regionen zu den höchsten Wasserständen seit 500 Jahren. Besonders brisant ist hierbei, dass viele der betroffenen Praxisinhaber nicht über den möglichen, in den Zonen 1-3 jedoch grundsätzlich möglichen, Versicherungsschutz verfügen.

Ebenfalls ein Trugschluss liegt vor, wenn sich Ärzte in Sicherheit wiegen, weil sich die eigene Praxis in den oberen Stockwerken eines Gebäudes befindet. Auch dann könnte durch eine Überschwemmung der Zugang versperrt werden oder die Evakuierung des gesamten Stadtteils zur Schließung der Praxis führen.

Bleibt die Praxis geschlossen, hat das nicht nur den Verlust der Einnahmen zur Folge, es laufen zudem alle Kosten wie beispielsweise Darlehen, Miete, Gehälter der Mitarbeiter weiter. Mit einem entsprechenden Versicherungsschutz – idealerweise im Rahmen einer Allgefahrendeckung – sind Praxisinhaber auch vor derartigen Folgen geschützt.


Autor: Daniel KochHDI Versicherung AG, Hannover
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Steven Ohle

Steven Ohle

Produktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Steven Ohle ist bei der HDI Vertriebs AG in Hannover als Projektleiter für die Kooperation mit arzt-wirtschaft.de verantwortlich.

Seit 2018 betreut Steven Ohle die Berufsgruppen der Freien Berufe mit dem Schwerpunkt Ärzte und Gesundheitsfachberufe.

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