Urteil

Praxisverkauf: Wann der Veräußerungsgewinn versteuert werden muss

Beim Verkauf eines Praxisanteils „mit Wirkung zum Ablauf des 31.12.“ ist der dazugehörige Veräußerungsgewinn noch im gleichen und nicht erst im nächsten Jahr zu erfassen. Das hat das Finanzgericht Nürnberg in einem Urteil bestätigt.

Vor dem Finanzgericht Nürnberg stritten die Gesellschafter einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis mit dem Finanzamt darüber, ob der Übergangs- und der Veräußerungsgewinn des ausscheidenden Mitglieds noch im Veranlagungszeitraum 2012 oder erst 2013 zu erfassen sei.

Dr. D. hatte seinen Praxisanteil mit Wirkung zum Ablauf des 31.12.12 übertragen. Das Geld – 450.000 Euro – erhielt er alledings erst am 3.1.2013. Den Veräußerungsgewinn in Höhe von 420.931,50 Euro wies der Steuerberater von Dr. D. deshalb für das Jahr 2013 aus. Bei einer Außenprüfung kam das Finanzamt allerdings zu dem Ergebnis, dass der Gewinn dem Vorjahr zuzurechnen sei. Der Fall landete vor Gericht.

Die Richter sahen das Finanzamt im Recht. Das Finanzamt habe demnach korrekt festgestellt, dass ein Veräußerungsgewinn zum Zeitpunkt der Veräußerung verwirklicht und deshalb dem Kalenderjahr zuzurechnen sei, in den dieser Realisierungszeitpunkt falle.Und dies sei nun mal laut Kaufvertrag der 31.12.2012 gewesen. Dass Dr. D. den Kaufpreis erst im neuen Jahr erhielt, ändere nichts an den steuerrechtlichen Tatsachen (4.4.18, Az.: 4 K 1453/16).

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Der Zahnarzt hätte es auch einfacher haben und durch eine umsichtigere Formulierung bestimmen können, dass der Veräußerungsgewinn erst im neuen Jahr besteuert werden solle. Formulierungen wie zum „01.01.“ oder mit Wirkung vom „01.01.“ hätten den Veräußerungsgewinn nämlich zweifelsfrei dem neuen Jahr zugewiesen. Bei Formulierungen wie „mit Wirkung ab 31.12.“ oder „mit Wirkung zum 31.12.“ oder „mit Wirkung zum Ablauf des 31.12.“ entsteht der Veräußerungsgewinn aber noch im alten Jahr. 

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