Lebensversicherung

Prüfen Sie Ihre Standmitteilungen!

Anspruch und Wirklichkeit: mit Hilfe der regelmäßigen Übersichten über den aktuellen Stand von Lebensversicherungen sollte dieser sprichwörtliche Zusammenhang Jahr für Jahr überprüft werden.

Als Dr. Jörg-Peter T. noch vor Beginn seines Studiums vor mehr als fünfundzwanzig Jahren seine erste Kapitallebensversicherung abschloss – im Laufe der Jahre folgten bei der gleichen Gesellschaft noch zwei weitere – ahnte er noch nicht, dass sie später einmal einen wesentlichen Beitrag zu seiner finanziellen Altersabsicherung leisten muss. Ursprünglich als eher geringes „Zubrot“ zu seiner damals in ferner Zukunft erwarteten gesetzlichen Rente gedacht, müssen nun sowohl diese als auch die beiden anderen Lebensversicherungen die finanzielle Lücke ausgleichen, die von den erwarteten Leistungen aus der Ärzteversorgung zukünftig nicht mehr gedeckt werden kann.

Diese Entwicklung hat allerdings auch mit seiner beruflichen Entwicklung zu tun: nach Abschluss seines Medizinstudiums war Dr. T. zunächst acht Jahre in einem Krankenhaus angestellt, um sich danach in Rheinland-Pfalz als Internist niederzulassen und die gut gehende Praxis eines älteren Kollegen zu übernehmen. Als Einzahler in die ärztliche Zusatzversorgungskasse, so dachte er beim Kauf der Praxis seinerzeit, würde ihm neben seinen bisherigen Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Alter ein angemessenes Einkommen zu Verfügung stehen.

Diese Meinung änderte sich rasch, als er sich vor einigen Jahren die Gesamtübersicht seiner später zu erwartenden Renteneinnahmen genauer ansah. Vor diesem für ihn unbefriedigenden Hintergrund und seinen, zugegeben recht hohen finanziellen Erwartungen, erinnerte er sich an seine Lebensversicherungen, für die er Monat für Monat einzahlte und deren Entwicklung er bis zu diesem Zeitpunkt kaum verfolgte. Dies hat sich mittlerweile jedoch geändert: seit drei Jahren kontrolliert Dr. T. die ihm jährlich übersandten Standmitteilungen, in denen ihm der Versicherer jeweils mitteilt, mit welchen Ablaufleistungen beziehungsweise mit welchen Rückkaufswerten er jetzt und zukünftig rechnen kann.

Darüber hinaus erläutert das Unternehmen, wie sich seit der jeweils letzten Mitteilung des Vorjahres die Kapitalmärkte entwickelt haben und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den Wert der Lebensversicherungen der Kunden hatte. Genau dieser Punkt macht Dr. T. nun Sorge: während der vergangenen drei Jahre ist der Wert der Versicherung nämlich nur unwesentlich gestiegen. Unter Berücksichtigung seiner jährlichen Einzahlungen von rund viertausend Euro in die drei Versicherungen ergibt sich inzwischen eine jährliche Durchschnittverzinsung von nicht einmal mehr zwei Prozent. Stabilisiert sich die Entwicklung auf diesem niedrigen Niveau, so ließ sich Dr. T. ausrechnen, wird er eine rechnerische Lücke zum Ablauf der Versicherung in knapp zehn Jahren von mehr als fünfzehntausend Euro haben.

Diesen Betrag, mit dem er fest gerechnet hat, müsste er dann kurzfristig anderweitig ansparen. Aktuell sieht er sich dazu aber außerstande, da seine Praxis die dazu erforderlichen Einnahmen einfach nicht abwirft. Die Betrachtung der Wertentwicklung seiner Lebensversicherungen während der vergangenen drei Jahre veranlassten Dr. T. nun, den Versicherungsverlauf weiter zurück zu verfolgen. Dazu liegen ihm vom Versicherer mittlerweile die aktuellen Zahlen vor, die ebenfalls wenig Gutes verheißen: während des geprüften Zeitraumes von zehn Jahren schaffte es das Unternehmen maximal bis zum Durchschnitt der in der Branche vorhandenen Mitbewerber. Dr. T. geht davon aus, dass die Gesellschaft in den Jahren der enormen Aktienkursverluste einen entsprechenden Wertberichtigungsbedarf vornehmen musste, der offensichtlich auch in der Wertentwicklung seiner Policen hochgradig zum Ausdruck kommt.

Dr. T. hat sich mittlerweile beim Versicherer darüber beschwert. Allerdings musste er sich vorhalten lassen, dass die Gesellschaft ihm bereits seit Jahren einmal im Jahr eine entsprechende Mitteilung über die Entwicklung seiner Versicherungen zugesandt hat. Bei sorgfältiger Durchsicht dieser Unterlagen hätte es ihm also durchaus auffallen müssen, dass sich die Gesamtwerte der Lebensversicherungen keinesfalls so entwickelt haben, wie es ihm ursprünglich prognostiziert wurde. Mehr noch: der Versicherer weist auch deutlich darauf hin, dass die in den vergangenen Jahren schwierige Situation an den Kapitalmärkten Hauptursache für diese Wertentwicklung gewesen ist.

Da Dr. T. diese Schreiben lediglich oberflächlich durchgesehen hatte, fiel ihm also nicht auf, dass er bereits vor Jahren finanziell hätte gegensteuern müssen. Dazu dürfte es nun fast schon zu spät sein. Die angespannte Praxissituation gibt zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Mittel her. Dr. T. denkt nun darüber nach, sich von einem unabhängigen Versicherungsexperten bezüglich möglicher Änderungen der bestehenden Lebensversicherungen beraten zu lassen. Dazu denkt er auch an eine Reduzierung der monatlichen Raten. Das auf diesem Weg eingesparte Geld will er gegebenenfalls in einen Sparplan einbringen, von dem er sich eine bessere Wertentwicklung verspricht. Ob sich diese und ähnliche Ideen realisieren lassen, wird das Gespräch mit dem Versicherungsfachmann zeigen.

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