Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit besser absichern

Berufsunfähigkeit – gerade auch für Ärzte ein wichtiges Thema. Denken Sie auch an die entsprechende wirtschaftliche Absicherung. Die Assekuranz bietet da vielgestaltige Angebote.

Versicherungsrechtlich ist Berufsunfähigkeit eine Form der Invalidität, die ärztlich attestiert werden muss. Im Unterschied zu Unfallversicherungen, die lediglich nach Eintritt eines Unfalls zahlen, entsteht bei einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit der Leistungsanspruch unabhängig von der Ursache des Schadens (bei Krankheit, Unfall oder auch einer teilweisen oder dauerhaften Einschränkung des Leistungsvermögens). Es gibt zwei Formen der Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos: Private und auf freiwilliger Basis abzuschließende BU-Policen leisten schon bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit und orientieren sich dabei an der tatsächlich ausgeübten bisherigen ärztlichen Tätigkeit. Dagegen tritt der BU-Schutz über das Versorgungswerk grundsätzlich erst dann ein, wenn 100 Prozent Berufsunfähigkeit festgestellt werden.

Wann zu 100 Prozent Berufsunfähigkeit in Bezug auf ärztliche Tätigkeiten vorliegt, ist im Einzelfall nicht immer leicht zu beurteilen. Dennoch fließen nicht immer erst bei 100 Prozent Berufsunfähigkeit Leistungen des Versorgungswerks. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg setzt der BU-Schutz bereits dann ein, wenn die Restleistungsfähigkeit eines Arztes nicht mehr dazu ausreicht, sein Existenzminimum zu sichern. Etwa dann, wenn seine Restleistungsfähigkeit nur noch bei zehn bis 20 Prozent liegt (VGH Baden-Württemberg, Az.: 9S530/01 und 9S3284/94.)

Im Gegensatz zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, die regelmäßig vor Abschluss der Versicherung eine Risikoprüfung via Gesundheitsattest durchführt, gewähren die Versorgungswerke jedem Berufsangehörigen Berufsunfähigkeitsschutz auch dann, wenn der Versicherte bei Aufnahme seines ärztlichen Berufs bereits gesundheitlich vorbelastet ist. Ein privater Versicherer verlangt in diesem Fall erhebliche Prämienaufschläge beziehungsweise reagiert mit Risikoausschlüssen, falls er überhaupt gehandicapte Personen noch versichern würde. Außerdem gewährt das Versorgungswerk Versicherungsschutz gegen das Berufsunfähigkeitsrisiko ohne eine gesetzliche Wartezeit, wie dies in der Rentenversicherung der Fall ist.

Wichtig: Je früher der Versicherungsvertrag abgeschlossen wird, desto günstiger ist das Risiko, desto niedriger sind die Eintrittsprämien. Auch hier gilt das versicherungsmathematische Äquivalenzprinzip. Es ist daher kaum ratsam, sich erst dann gegen Berufsunfähigkeit zu versichern, wenn man krank ist oder wahrscheinlich berufsunfähig wird.

Kümmern sollte man sich bei einer privaten Versicherung auch um eine Nachversicherungsgarantie, Erhöhungsoptionen und eine dynamische Anpassung ohne Gesundheitsprüfung (vor allem bei steigendem Einkommen). Die Prämienzahlung kann dabei aber kaum durch den Fiskus subventioniert werden: Private Prämien sind steuerlich kaum noch absetzbar, weil bei den Vorsorgeaufwendungen zunächst der Basisbeitrag zur Rentenversicherung als Sonderausgaben geltend gemacht werden kann. Dadurch ist der Vorsorge- Höchstbetrag in der Regel meist bereits ausgeschöpft.

 

A&W-KOMPAKT

Berufsunfähigkeit…
… ist zwar ein Thema, das gerade am Berufsanfang völlig unbedeutend erscheint. Dennoch sollten Sie bereits in jungen Jahren an eine solide Absicherung des Berufunfähigkeitsrisikos (BU) denken. Erste Wahl des Versicherungsträgers dürfte das berufsständische Versorgungswerk sein, das allerdings erst bei 100 Prozent BU leistet. Eine Alternative sind private Versicherungen, meist nur als Ergänzung und bei besonderen Konditionen.

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